Bewertung:

Das Buch wird wegen seiner interessanten Perspektive auf die irische Frage und seiner aufschlussreichen Vergleiche mit der Tschechoslowakei sehr positiv aufgenommen. Obwohl es einige erschöpfende Abschnitte enthält, bietet es eine ausgewogene Erzählung über das Leben und die Entscheidungen des Herausgebers.
Vorteile:Interessante Perspektive auf die irische Frage, ausgewogene Darstellung, informative Verweise, nützliche Indexierung.
Nachteile:Einige Abschnitte, insbesondere über Smyllies Erziehung und die Rolle seines Vaters in der Öffentlichkeit, werden als etwas erschöpfend empfunden.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Smyllie's Ireland: Protestants, Independence, and the Man Who Ran the Irish Times
Als die irischen Republikaner zu Beginn des 20. Jahrhunderts versuchten, das Land von der britischen Herrschaft und dem britischen Einfluss zu befreien, wurde eine klare Abgrenzung zwischen dem, was „authentisch“ irisch war, und dem, was als englischer Einfluss angesehen wurde, vorgenommen.
Als Angehöriger der anglo-irischen Elite, der eine prekäre Identität irgendwo dazwischen bewohnte, musste R. M. Smyllie die schmerzliche Erfahrung machen, sich in seiner eigenen Heimat als Außenseiter zu fühlen.
Smyllies Rolle als einflussreicher Redakteur der Irish Times bedeutete, dass er sich mit den meisten Themen auseinandersetzen musste, die die irische Erfahrung ausmachten, von Irlands Neutralität während des Zweiten Weltkriegs bis hin zu den heiklen kulturellen Ansprüchen an die irische Sprache und die literarische Zensur. In dieser fesselnden Betrachtung eines bombastischen, freimütigen und widersprüchlichen Mannes bietet Caleb Wood Richardson eine Möglichkeit, Smyllie als Repräsentant der größeren anglo-irischen Erfahrung zu sehen.
Richardson untersucht Smyllies Erfahrungen in einem deutschen Internierungslager im Ersten Weltkrieg, seine Auslandskorrespondenz für die Irish Times auf der Pariser Friedenskonferenz und seine führende Rolle als Verfechter von Kultur und Intellektualität. Smyllie hatte einen direkten Einfluss auf die Karrieren von Schriftstellern wie Patrick Kavanagh und Louis MacNeice, und seine überraschende Entscheidung, eine irischsprachige Kolumne in die Zeitung aufzunehmen, hatte enorme Auswirkungen auf die Karriere des Schriftstellers Flann O'Brien.
Wie viele seiner Altersgenossen fühlte sich Smyllie politisch eng mit England verbunden, während er gleichzeitig eine dauerhafte kulturelle Bindung an Irland hatte. Die Art und Weise, wie Smyllie und seine Generation mit dem Aufeinanderprallen von Identitäten und Zugehörigkeiten umgingen, trug dazu bei, das heutige Irland zu definieren.