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Soft-Power Internationalism: Competing for Cultural Influence in the 21st-Century Global Order
Der Begriff "Soft Power" wurde 1990 geprägt, um eine Fähigkeit der Staatsführung in den Vordergrund zu stellen, die mit militärischer Macht und wirtschaftlichem Zwang vergleichbar ist: andere dazu zu bringen, das zu wollen, was man will. Mit der Betonung der Anziehungskraft von Werten, Kultur und Kommunikation versprach dieses Konzept eine Zukunft, in der Kulturinstitute, Entwicklungshilfe, öffentliche Diplomatie und Handelspolitik an die Stelle von nuklearen Patt-Situationen treten würden.
Das Konzept, das seinen Ursprung in dem Versuch hatte, eine von den Vereinigten Staaten geführte liberale internationale Ordnung für die Zeit nach dem Kalten Krieg zu schaffen, fand bald Eingang in die außenpolitischen Instrumentarien aufstrebender Mächte, die ihren eigenen Einfluss geltend machen wollten. Dieses Buch ist eine global vergleichende Geschichte darüber, wie Soft Power in der Zeit zwischen dem Siegeszug des globalen Kapitalismus in den 1990er Jahren und dem jüngsten Wiederaufleben von Nationalismus und Autoritarismus zu einem bestimmenden Faktor wurde. Das Buch vereint Fallstudien aus der Europäischen Union, China, Brasilien, der Türkei und den Vereinigten Staaten und untersucht die Genealogie der Soft Power im euro-atlantischen Raum und ihre Entwicklung in den Händen anderer Staaten, die versuchen, der US-Hegemonie mit nichtmilitärischen Mitteln zu begegnen.
Die Autoren beschreiben detailliert, wie globale und regionale Mächte eine Vielzahl neuer Möglichkeiten der Außenpolitik geschaffen haben, manchmal, um neue Solidaritäten außerhalb des westlichen kolonialen Erbes aufzubauen, und manchmal mit eher eigennützigen Zielen. Soft-Power Internationalism bietet eine kritische Geschichte der Soft Power als intellektuelles Projekt wie auch als diplomatische Praxis und eröffnet neue Perspektiven auf das Potenzial und die Grenzen einer multilateralen liberalen Weltordnung.