
Special Elections: The Backdoor Entrance to Congress
Die meisten Mitglieder des Kongresses beginnen ihre Laufbahn mit regulären Wahlen, aber es kann vorkommen, dass ihre Amtszeit durch Tod, Skandale oder andere Karrieremöglichkeiten verkürzt wird. In diesen Fällen werden Sonderwahlen abgehalten, um freie Sitze zu besetzen. Eine Reihe prominenter politischer Persönlichkeiten, darunter Lyndon Johnson, Nancy Pelosi und John Dingell, begannen ihre langen und bedeutenden Karrieren durch Sonderwahlen im Kongress.
Obwohl die Medien Sonderwahlen häufig als Mittel zur Messung der öffentlichen Meinung über die Leistung des Präsidenten heranziehen, obwohl die Wahlbeteiligung in der Regel deutlich niedriger ist als bei regulären Wahlen, haben diese Ereignisse nur selten wissenschaftliche Aufmerksamkeit erregt. Oftmals führen Studien zu diesen Wettbewerben zu Verallgemeinerungen darüber, wie eine Partei vorgehen sollte, wenn sie hofft, der Opposition in einer Sonderwahl einen Sitz abzuringen.
Dieses Buch ist die erste groß angelegte wissenschaftliche Abhandlung über Sonderwahlen: sowohl im Hinblick auf die Erklärung der Faktoren, die die Ergebnisse beeinflussen, als auch auf die Frage, ob Sonderwahlen Vorboten für allgemeine Wahlen sind. Charles S. Bullock, III und Karen L. Owen argumentieren, dass Sonderwahlen den Parteien ein Testfeld für Botschaften und Strategien zur Mobilisierung von Wählern im Vorfeld von Parlamentswahlen bieten. Darüber hinaus bieten diese Wahlen Chancen für eine Diversifizierung des Kongresses, da die geringere Bereitstellung von Ressourcen für den Wahlkampf dazu geführt hat, dass mehr Frauen und farbige Kandidaten bei diesen Wahlen antreten - und gewinnen. Auf der Grundlage von Daten aus 75 Jahren untersuchen die Autoren mehrere umkämpfte Sonderwahlen in den ersten beiden Jahren der Ära Trump und werten die fast 300 Sonderwahlen zum Repräsentantenhaus seit dem Zweiten Weltkrieg quantitativ aus.