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Sophocles: Antigone and Other Tragedies: Antigone, Deianeira, Electra
Sophokles gilt als einer der größten Dramatiker aller Zeiten und als einer der einflussreichsten Künstler und Denker im Laufe der Jahrhunderte. Seine Stücke sind zutiefst beunruhigend und unvorhersehbar, unerbittlich und mit offenem Ausgang, da sie sich weigern, eindeutige Antworten auf die Fragen der menschlichen Existenz zu geben oder eine erlösende Rechtfertigung der Wege der Götter für Männer - oder Frauen - zu liefern. Diese drei Tragödien schildern die Extreme menschlichen Leidens und menschlicher Emotionen und verwandeln die Heldenmythen in großartige Werke der Poesie und der dramatischen Handlung.
Antigones Besessenheit von den Toten, Kreons erdrückende Unnachgiebigkeit, Deianeiras eifersüchtige Verzweiflung, die von Hyllus beobachtete Ungerechtigkeit der Götter, Elektras zwanghafte Rachsucht, die drohende unlösbare dynastische Kontamination... Das sind die Schmerzen, Verwerfungen und Instabilitäten der sophokleischen Tragödie. Und doch verfallen sie nicht in Kakophonie oder Ekel oder Inkohärenz oder Schweigen: Sie stellen sich der Musik, und dadurch wird das Leiden selbst in die Kohärenz von Musik und Poesie verwandelt. Diese originellen und unverwechselbaren Versübersetzungen vermitteln die Lebendigkeit der Poesie von Sophokles und die Kraft der Stücke in der Aufführung und werden sowohl dem Klang der Poesie als auch der Theatralik der Tragödien gerecht. Jedes Stück wird von einer Einführung und ausführlichen Anmerkungen zu topografischen und mythischen Bezügen und zur Interpretation begleitet.
Antigone ist eine Ikone der griechischen Tragödie, und Antigone selbst ist eine tragische Ikone des Welttheaters. Sophokles' bekanntestes und meistgespieltes Stück erzählt eine Geschichte des Trotzes und der unmöglichen Anforderungen der Loyalität.
Die Deianeira, auch bekannt als Frauen von Trachis oder Trachinesische Frauen, ringt mit den Ängsten der Ehe und der Mutterschaft, nach dem zum Scheitern verurteilten Versuch der Frau des Helden Herakles, ihre Würde zu behaupten.
Electra schildert den Weg einer rachsüchtigen Tochter durch unermüdlichen Kummer und mörderische Wut und endet ohne Auflösung in Ungewissheit und Spannung.