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Careless Seamstress
Dieses schillernde Debüt kündigt eine nicht mehr ganz so neue Stimme an: die des Spoken-Word-Poeten Tjawangwa Dema. Demas Sammlung The Careless Seamstress, die mit dem Sillerman First Book Prize for African Poets ausgezeichnet wurde, beschwört das Nationale und das Subjektive und unterstreicht, dass das Persönliche immer auch politisch ist.
Die Mädchen und Frauen in diesen Gedichten sind keine bloßen Objekte; sie sprechen, arbeiten und blicken zurück, mit Schwierigkeiten und Konsequenzen. Die Tropen sind vertraut, aber in ihrer Lebendigkeit hinterfragen und bewegen sie sich auf unerwartete Weise. Der weibliche Körper - als Tochter, Ehefrau, Arbeiterin, kulturelle Meuterin - bewegt sich ständig durch diese Sammlung, holt Wasser, erntet Mais, zieht Kinder auf, näht, wandert und verschmäht Bezeichnungen.
Das Nähen wird subversiv, das Unsagbare wird zum Sprechen gebracht, und diejenigen, die im Leben vielleicht unsichtbar sind, fordern ihre Stimme zurück und hinterlassen Spuren ihrer selbst. Infolgedessen wird der Körper selten in Pose gesetzt - er blutet und vernarbt, er altert, er leistet Widerstand und warnt. Der weibliche Blick und die sich daraus ergebenden Stimmen deuten auf ein anderes Wertesystem hin, das sich mit der Vergeschlechtlichung sowohl der körperlichen als auch der emotionalen Arbeit auseinandersetzt, und zwar oft durch das, was getan wird, auch und gerade dann, wenn dies unbemerkt oder ungewürdigt bleibt.
The Careless Seamstress ist ein Werk, das die Natur von Macht und Widerstand untersucht und sowohl eine verblüffende Klarheit in der Zielsetzung als auch eine große thematische Bandbreite aufweist. Ausgehend von Geschlecht und Arbeit sind diese Gedichte Demas Beziehung zu Sprache, Intertextualität und Erzählung geschuldet. Sie sind sowohl sicher als auch fragend, ein leise komplexes Geflecht, das sich die Fähigkeit der Poesie zur Vielstimmigkeit zunutze macht.