Bewertung:

In den Rezensionen wird die Auseinandersetzung des Autors mit der Ära vor Putin und der Dynamik zwischen den Supermächten erörtert, aber auch der hohe Preis der gebundenen Ausgabe im Verhältnis zu ihrem Umfang und Inhalt kritisiert.
Vorteile:Der Autor bietet eine faszinierende Theorie über die historische Dynamik zwischen den Supermächten während der Litvinov-Maisky-Ära und regt den Leser zu Fragen über das aktuelle politische Klima an.
Nachteile:Die gebundene Ausgabe gilt als überteuert, da der Großteil des Inhalts relativ kurz ist (etwas mehr als 100 Seiten Text) und ein großer Teil auf Anmerkungen und Anhänge entfällt.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Soviet Leaders and Intelligence: Assessing the American Adversary during the Cold War
Während des Kalten Krieges bemühte sich die politische Führung der Sowjetunion eifrig um Informationen über ihren Hauptgegner, die Vereinigten Staaten. Obwohl die sowjetische Führung und ihre Geheimdienstchefs auf operativer Ebene effektiv waren, hatten sie bei der Analyse von Informationen Defizite. Die sowjetische Führung war oft nicht empfänglich für Erkenntnisse, die ihren bestehenden Überzeugungen widersprachen, und die Analysten zögerten, Einschätzungen vorzubringen, die die ideologische Orthodoxie in Frage stellten.
Im Laufe der Zeit gab es jedoch wichtige Veränderungen. Letztlich übertrumpften die Ansichten eines aufgeklärten sowjetischen Führers, Gorbatschow, die ideologischen Scheuklappen seiner Vorgänger und die Hingabe der Geheimdienste an ein endloses Duell mit ihrem ideologisch geprägten „Hauptgegner“ und ermöglichten es, den Kalten Krieg zu beenden.
Raymond Garthoff stützt sich auf mehr als fünf Jahrzehnte persönlicher Kontakte mit sowjetischen Diplomaten, Geheimdienstoffizieren, militärischen Führern und Wissenschaftlern während seiner bemerkenswerten Karriere als Analyst, leitender Diplomat und Historiker. Er stützt sich auch auf frühere Forschungen und untersucht Dokumente aus sowjetischen und westlichen Archiven. Soviet Leaders and Intelligence bietet eine fundierte und sehr lesenswerte Einschätzung der Art und Weise, wie die Sowjets die Absichten und Ziele ihres Gegners im Kalten Krieg verstanden - und missverstanden - haben.