
Social Ontology of Whoness
Wie sind zentrale soziale Phänomene als Seinsweisen zu verstehen? Dieses Buch bietet einen alternativen Ansatz zur sozialen Ontologie. Das jüngste Interesse an der Sozialontologie seitens der Mainstream-Philosophie und der Sozialwissenschaften setzt von vornherein voraus, dass der Mensch als bewusstes Subjekt betrachtet werden kann, dessen Intentionalität kollektiv sein kann.
Im Gegensatz dazu stellt die vorliegende Studie nachdrücklich die entscheidende Frage, wer der Mensch ist und wie er als „Wer“ sozialisiert wird. Ein solches Was ist ein klarer Bruch mit der altehrwürdigen Tradition der Frage nach dem Was (quidditas, Essenz) im philosophischen Denken. Die hermeneutische Betrachtung des menschlichen Seins als whoness eröffnet neue Einsichten in die Art und Weise, wie Menschen in Wechselspielen gegenseitiger Wertschätzung, die zugleich soziale Machtspiele sind, vergesellschaften.
Bislang war die Ontologie der sozialen Macht in all ihren verschiedenen Erscheinungsformen immer nur implizit. Dieses Buch macht sie explizit.
Die Art von sozialer Macht, die in kapitalistischen Gesellschaften vorherrscht, ist die des verdinglichten Wertes, der in Waren, Geld, Kapital usw. verkörpert ist.
Der verdinglichte Wert selbst konstituiert sich durch ein Wechselspiel der gegenseitigen Wertschätzung der Dinge, das auf das Machtspiel des Wer zurückwirkt. Auf diese Weise wird eine neue Kritik des Kapitalismus möglich.