
Late Quaternary Environmental Change in North-West Europe: Excavations at Holywell Coombe, South-East England: Excavations at Holywell Coombe, South-E
Holywell Coombe, eine Einbuchtung in den Kreidefelsen oberhalb von Folkestone, Kent, wurde 1985 als geologisches Gebiet von besonderem wissenschaftlichem Interesse ausgewiesen, weil es reichhaltige fossile Sedimente aus dem Spätquartär enthält, die ein einzigartiges Archiv der letzten 13 000 Jahre darstellen.
Der Bau des Kanaltunnels, der das SSSI Holywell Coombe durchquert, führte zu einer großen, von Eurotunnel finanzierten Rettungsgrabung, die einen wichtigen Präzedenzfall für die Erhaltung der Geowissenschaften darstellt. Diese multidisziplinäre Untersuchung hat unser Verständnis der Umwelt und der Naturgeschichte des Spätglazials und Holozäns enorm erweitert. Die klimatische Komplexität des Spätglazials spiegelt sich in der Beschaffenheit der Sedimente, der aus ihnen geborgenen Fossilien und der in ihnen entwickelten Böden wider.
Seit dem Neolithikum und insbesondere während der frühen Bronzezeit wurden die Hänge durch die Abholzung der Wälder destabilisiert, was zu einer Anhäufung von Ablagerungen führte. Archäologische Ausgrabungen in den Abraumhalden haben Hinweise auf prähistorische Besiedlung und landwirtschaftliche Aktivitäten in der Coombe erbracht.
Eurotunnel finanzierte auch biologische Untersuchungen der örtlichen terrestrischen und aquatischen Lebensräume. Durch die Kombination dieser Untersuchungen mit den fossilen Funden konnte der Stammbaum unserer heutigen Fauna und Flora dokumentiert werden, was eine der detailliertesten und umfassendsten Studien dieser Art darstellt. Mit Beiträgen herausragender Quartärwissenschaftler aus mehreren Ländern ist dieses Werk eine wichtige Quelle für Forscher, Dozenten und Doktoranden der Quartärwissenschaften - Geologie, Geographie, Biologie, Ökologie und Archäologie - sowie für staatliche Stellen, die sich mit Natur- und Umweltschutz befassen.