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Spear: Mandela and the Revolutionaries
Ein aufschlussreicher und endgültiger Bericht darüber, wie Nelson Mandela und seine Mitstreiter Südafrika an den Rand einer Revolution gegen das berüchtigtste rassistische Regime der Nachkriegszeit des 20. Jahrhunderts geführt haben.
Speer: Mandela und die Revolutionäre erweckt die kurze revolutionäre Periode zum Leben, in der Nelson Mandela und seine Kameraden die Apartheid nicht nur mit Worten, sondern auch mit Gewalt bekämpften.
Nach den Erschießungen ziviler Demonstranten durch die Polizei in Sharpeville im Jahr 1960 leisteten Mandela und seine Genossen in der Massenwiderstandsbewegung des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) und der Kommunistischen Partei Pionierarbeit bei der Anwendung von Gewalt und gründeten Umkhonto we Sizwe (MK), den Speer der Nation. Als zivile Miliz hortete die MK Waffen und führte mit Rohrbomben, Molotowcocktails und Dynamit einen Sabotagekrieg gegen den Staat. Als Reaktion darauf erließ der Staat drakonische Gesetze, militarisierte seine Polizei und sperrte seine Feinde ohne Gerichtsverfahren ein.
Auf der Grundlage von mehreren hundert zumeist unveröffentlichten Berichten aus erster Hand zeichnet Paul Landau Mandelas Verbündete - und Gegner - in kommunistischen, panafrikanistischen, liberalen und anderen Gruppen nach, die an der Seite des ANC an der Eskalation des Widerstands beteiligt waren. Nach Mandelas Gefangennahme plante der Pan Africanist Congress, Gewalt auf der Straße zu initiieren, und MK organisierte die Operation Mayibuye, einen Aufstand, der von ausgebildeten Kommandos angeführt werden sollte. Der Staat durchkreuzte diese Pläne und in der Folge wurden die Revolutionäre inhaftiert, ins Exil geschickt, gefoltert und ermordet. Damit begann die Ära der großen Apartheid.
Spear verändert unser Verständnis von Mandela, indem er sich auf diese intensive, aber relativ vernachlässigte Phase der Eskalation in der Bewegung gegen die Apartheid konzentriert. Landaus Buch ist weder eine Biografie noch die Geschichte einer Miliz oder einer Armee; es ist vielmehr eine fesselnde Geschichte über gewöhnliche Zivilisten, die in Extremsituationen debattieren und gemeinsam handeln. Spear kontextualisiert Mandelas und MKs Aktivitäten inmitten des antikolonialen Wandels und des schwarzen Marxismus in den frühen 1960er Jahren und spricht auch über die heutigen transnationalen Proteste gegen Rassismus und die weltweiten Kämpfe gegen Unterdrückung.