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Stateless in the Gulf: Migration, Nationality and Society in Kuwait
Unter der kuwaitischen Bevölkerung gibt es rund 100.000 Menschen - etwa 10 % der kuwaitischen Staatsangehörigen -, deren rechtlicher Status umstritten ist. Sie gelten oft als "staatenlos" und sind in Kuwait als "biduns" bekannt, von "bidun jinsiyya", was im Arabischen wörtlich "ohne Staatsangehörigkeit" bedeutet.
Da sie seit langem in Kuwait leben und enge geografische und kulturelle Bindungen zu dem Emirat haben, behaupten sie, dass sie Anspruch auf die kuwaitische Staatsbürgerschaft haben, weil sie keine andere haben. Seit 1986 betrachtet der Staat Kuwait sie jedoch als "illegale Bewohner" des kuwaitischen Staatsgebiets. Infolgedessen wurden den Biduns die Bürger- und Menschenrechte verweigert und sie wurden als Migranten ohne Papiere behandelt, die keinen Zugang zu Beschäftigung, Gesundheit, Bildung oder offiziellen Geburts- und Sterbeurkunden haben.
Erst nach dem allerersten Bidun-Protest im Jahr 2011 lockerte die Regierung die ihnen auferlegten Beschränkungen. Claire Beaugrand argumentiert hier, dass die Position der Biduns keineswegs eine Anomalie ist, sondern von zentraler Bedeutung für das Verständnis der Staatsbildungsprozesse in den Golfstaaten und der Art und Weise, wie Identität und die Grenzen der Nationalität ausgehandelt und konkret umgesetzt werden.