Bewertung:

Das Buch ist eine gründliche und zum Nachdenken anregende Untersuchung der Staatsbürgerschaft, die traditionelle Ansichten in Frage stellt und ihren diskriminierenden Charakter aufzeigt. Es ist global ausgerichtet und ansprechend geschrieben, so dass es sowohl für Experten als auch für Nicht-Experten zugänglich ist.
Vorteile:Ausgezeichnete Qualität, zum Nachdenken anregende Einsichten, stellt lang gehegte Annahmen in Frage, gut geschrieben und fesselnd, globaler Fokus, erhellend für Experten und Nicht-Experten.
Nachteile:Könnte eine Randmeinung vertreten, mit der einige Leser vielleicht nicht einverstanden sind; könnte als übermäßig kritisch gegenüber traditionellen Konzepten der Staatsbürgerschaft angesehen werden.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Citizenship
Die Geschichte der Staatsbürgerschaft ist keine Geschichte der Befreiung, der Würde und der Nationalität, sondern eine Geschichte der Selbstgefälligkeit, der Heuchelei und der Herrschaft.
Die Verherrlichung der Staatsbürgerschaft ist in der heutigen Welt eine Selbstverständlichkeit, Teil einer staatsbürgerlichen Erzählung, die Befreiung, Würde und Nationalität beschwört. In Wirklichkeit, so erklärt Dimitry Kochenov, ist Staatsbürgerschaft eine Geschichte von Selbstgefälligkeit, Heuchelei und Herrschaft, schmeichelhaft für Bürger und erniedrigend für Nicht-Bürger. In diesem Band der MIT Press Essential Knowledge Reihe erklärt Kochenov den Zustand der Staatsbürgerschaft in der modernen Welt.
Kochenov bietet eine kritische Einführung in ein Thema, das meist unkritisch betrachtet wird, und beschreibt, was Staatsbürgerschaft ist, was sie beinhaltet, wie sie entstanden ist und wie sich ihre Rolle in der Welt verändert hat. Er untersucht vier Schlüsselelemente des Konzepts: den Status, indem er untersucht, wie und warum der Status der Staatsbürgerschaft ausgeweitet wird, welche Funktion er hat und wer zurückbleibt; die Rechte, insbesondere das Recht, in einem Staat zu leben und zu arbeiten; die Pflichten und was es bedeutet, ein „guter Bürger“ zu sein; und die Politik, die in der Gewährung und dem Genuss der Staatsbürgerschaft zum Ausdruck kommt.
Die Staatsbürgerschaft verspricht, die attraktiven Ideen der Würde, der Gleichheit und des menschlichen Wertes anzuwenden - aber auf streng getrennte Gruppen von Individuen. Diejenigen, die außerhalb dieser Trennung stehen, sind keine Bürger im heutigen Sinne und gehören nicht dazu. Staatsbürgerschaft, so warnt Kochenov, ist allzu oft ein juristisches Instrument, das Gewalt, Demütigung und Ausgrenzung rechtfertigt.