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City of Black Gold: Oil, Ethnicity, and the Making of Modern Kirkuk
Kirkuk ist die mehrsprachigste Stadt des Irak und seit Jahrtausenden die Heimat einer vielfältigen Bevölkerung. Außerdem wurde hier 1927 zum ersten Mal ein ausländisches Unternehmen im Irak auf Öl gestoßen.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Kirkuk zum Zentrum der boomenden irakischen Erdölindustrie. City of Black Gold erzählt die Geschichte des Öls, der Verstädterung und des Kolonialismus in Kirkuk - und wie diese Faktoren die Identitäten der Bürger von Kirkuk prägten und die Grundlage für einen ethnischen Konflikt bildeten. Arbella Bet-Shlimon rekonstruiert die Geschichte Kirkuks im zwanzigsten Jahrhundert, um die Annahmen über die Vergangenheit zu hinterfragen, die den heutigen ethnischen Spaltungen zugrunde liegen.
In den frühen 1920er Jahren, als der irakische Staat unter britischer Verwaltung gegründet wurde, waren die Gruppenidentitäten in Kirkuk fließend. Doch als die Ölindustrie die koloniale Macht und den Einfluss Bagdads auf Kirkuk förderte, kam es zu Gewalt zwischen den Volksgruppen und zu konkurrierenden Ansprüchen an die Geschichte der Stadt.
Die Ethnien der Kurden, Turkmenen und Araber in Kirkuk wurden im Laufe eines Jahrhunderts der Stadtentwicklung, der Interaktionen zwischen den Gemeinschaften und der politischen Mobilisierung geformt. Letztlich zeigt dieses Buch, dass die umstrittene Politik in umkämpften Gebieten kein ursprüngliches Merkmal dieser Regionen ist, sondern ein modernes Phänomen, das eng mit der Gesellschaft und Wirtschaft des städtischen Lebens verbunden ist.