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Stalin's Soviet Monastery; A New Interpretation of Russian Politics
In Stalins sowjetischem Kloster integriert der russische Wissenschaftler Jim Curtis innovative Arbeiten aus den Bereichen Linguistik, Anthropologie und Medientheorie, um eine ganzheitliche Analyse der russischen Gesellschaft zu entwickeln, die eine theoretisch fundierte Begründung dafür liefert, die Ideologie zugunsten der kulturellen Dynamik zu ignorieren. Während der junge Iosif Dschugaschwili, der später als Josef Stalin bekannt wurde, in einem orthodoxen Priesterseminar studierte, übernahm er die Rolle, die seine politische Karriere bestimmen sollte: die eines sadistischen Ältesten, der den unglücklichen Sowjetbürgern teuflische Gelübde der Armut, Keuschheit und des Gehorsams auferlegte.
Als eine Übung in historischer Anthropologie unterstreicht Stalins sowjetisches Kloster die Rolle von Mythos und Ritual in Russland, einer Gesellschaft mit einem starken Rest an Mündlichkeit. Die Nachahmung Christi wird als Leidensweg bezeichnet, eine Praxis, die dazu beiträgt, die weit verbreitete Zustimmung zu Stalins Praktiken zu erklären. Stalin interessierte sich sehr für Literatur, und sein Lieblingsautor war Fjodor Dostojewski.
Einige Passagen in Dostojewskis Werk nehmen wesentliche Merkmale des Stalinismus vorweg. In einem Nachwort wird die Entwicklung der russischen Gesellschaft nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991 erörtert.