
Standing at the Crossroads: Stories of Doubt in Renaissance Italy
Ob als bewaffneter alter Mann, der wie eine Heuschrecke springt, oder als junger Mann, der im Dunkeln wandelt - der Zweifel nimmt in der geistigen Landschaft der Italiener der Renaissance einen wichtigen Platz ein. Faszinierende Geschichten von Zweiflern sowie Allegorien und Erzählungen über den Zweifel bevölkerten Sonette, Dialoge, Novellen, religiöse Traktate und eine Fülle anderer volkstümlicher Texte.
In einem Zeitalter der Krise und der Erneuerung war der Zweifel nicht mehr ausschließlich ein individueller Zustand, und er war auch nicht nur Gegenstand philosophischer und theologischer Überlegungen. Vielmehr wurde der Zweifel zu einem komplexen kulturellen Objekt, das im Mittelpunkt zahlreicher kultureller Strategien stand.
Warum war das so? Hatten die Italiener der Renaissance eine besondere Neigung zum Zweifel? Und wenn ja, was waren die kulturellen und emotionalen Folgen einer solchen Haltung? Anhand einer Vielzahl von literarischen und visuellen Quellen rekonstruiert Marco Faini, wie der Zweifel zu einem privilegierten Mittel wurde, um sich in einer zunehmend komplexen Welt zurechtzufinden. Marco Faini ist Assistenzprofessor für Italienisch an der University at Buffalo (SUNY).