Bewertung:

Voices from the Grave (Stimmen aus dem Grab) bietet einen fesselnden Bericht aus erster Hand über die Unruhen in Nordirland aus der Sicht von Brendan Hughes von der IRA und David Ervine von der UVF. Das Buch ist gut recherchiert und geschrieben und vermittelt ein tiefes Verständnis der Beweggründe für die Gewalt und des historischen Kontextes der damaligen Zeit. Manche Leser finden jedoch die zweite Hälfte des Buches langweilig, und dem Text fehlt es an einem kohärenten Verlauf, was das Gesamterlebnis beeinträchtigen kann.
Vorteile:⬤ Gut geschrieben und gründlich recherchiert
⬤ präsentiert eine einzigartige Ich-Perspektive
⬤ unparteiischer Ansatz
⬤ bietet Einblicke in die Beweggründe hinter den Unruhen
⬤ guter historischer Kontext
⬤ informativ für alle, die sich für die irische Geschichte interessieren.
⬤ Zweite Hälfte kann ermüdend sein und es fehlt an Zusammenhalt
⬤ einige Schreibprobleme wie z.B. Schachtelsätze
⬤ möglicherweise nicht für Erstleser der Troubles geeignet
⬤ fehlender Autorenkommentar zu den Interviews.
(basierend auf 89 Leserbewertungen)
Voices from the Grave: Two Men's War in Ireland
Der anbrechende Frieden in Nordirland hat nicht viel Wahrheit über die Geschehnisse während des „langen Krieges“ mit sich gebracht. Nur sehr wenige der paramilitärischen Führer beider Seiten haben jemals offen über ihre Rolle in diesem blutigen Konflikt gesprochen. In einem dramatischen Bruch mit den ungeschriebenen Gesetzen der paramilitärischen Geheimhaltung enthüllen zwei führende Persönlichkeiten beider Seiten ihre Beteiligung an Bombenanschlägen, Erschießungen und Morden und sprechen offen darüber, wie unterschiedlich ihre Kriege zu Ende gingen.
Brendan Hughes war eine Legende in der republikanischen Bewegung. Er war ein Freund und enger Verbündeter von Gerry Adams und stand ihm in den brutalsten Jahren des Konflikts zur Seite. David Ervine war die bedeutendste politische Figur, die aus der Welt der loyalistischen Paramilitärs hervorging. Als ehemaliger Bombenleger der Ulster Volunteer Force und Vertrauter ihres langjährigen Anführers Gusty Spence trug Ervine dazu bei, die bewaffneten Loyalisten zum Frieden zu bewegen, indem er die UVF-Führer davon überzeugte, IRA- und Sinn-Fein-Aktivisten ins Visier zu nehmen und sie auf den Weg zu einem Waffenstillstand zu bringen.
In ausführlichen Interviews, die sie Forschern des Boston College unter der Bedingung gaben, dass ihre Geschichten bis nach ihrem Tod geheim gehalten werden, sprachen diese Männer mit erstaunlicher Offenheit über ihr turbulentes, gewalttätiges Leben. Nun wurden ihre Geschichten zu einer lebendigen Erzählung verwoben, die einen fesselnden Einblick in eine geheime Welt und Ereignisse bietet, die lange Zeit vor der Geschichte verborgen waren.
Voices from the Grave“ ist die erste Veröffentlichung des Boston College IRA/UVF Oral History Project, dessen Chefredakteure Professor Thomas E. Hachey und Dr. Robert O'Neill sind.