Bewertung:

Voices Beyond Bondage bietet einen umfassenden Überblick über die Schriften afroamerikanischer Autoren aus der Zeit vor der Harlem Renaissance und zeigt eine Vielzahl von Themen auf, die über die Sklaverei hinausgehen. Es dient als pädagogische Ressource, insbesondere für den Unterricht über das Amerika des 19. Jahrhunderts.
Vorteile:Das Buch bietet überraschende Einblicke in die vielfältigen Themen, über die afroamerikanische Autoren schrieben, nicht nur über die Sklaverei. Es ist brillant recherchiert, enthält bewegende Poesie und gilt als wertvolle Ressource für Bildungszwecke.
Nachteile:Keine explizite Erwähnung in den Rezensionen.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Voices Beyond Bondage: An Anthology of Verse by African Americans of the 19th Century
Sklaven in Ketten, die auf der Plantage ihres Herrn schuften. Schläge, blutige Peitschen. So stellen sich viele von uns die Afroamerikaner des 19. Jahrhunderts vor; Quellen aus der Feder derer, die in der Sklaverei litten, bestätigen dieses Bild. Doch die Sklaverei war nicht die einzige Identität der Afroamerikaner des 19. Jahrhunderts. Unabhängig davon, ob sie in Freiheit geboren wurden, sich selbst befreit hatten oder in den Jahren nach der Emanzipation zur Welt kamen, verfügten die Afroamerikaner über ein reiches kulturelles Erbe, das in der Volksgeschichte und im kollektiven Gedächtnis durch die Gräueltaten der Sklaverei weitgehend verdrängt wurde.
Im frühen 19. Jahrhundert entstanden die ersten Zeitschriften in schwarzem Besitz, die ersten Medien, die den Stimmen der Afroamerikaner Gehör verschafften. Für viele wurde die Poesie zu dieser Ermächtigung. Nahezu jede Zeitschrift in schwarzem Besitz enthielt einen Aufruf zur Veröffentlichung von Gedichten, und Afroamerikaner, sowohl freie als auch versklavte, reagierten darauf, indem sie scharenweise Gedichte zur Veröffentlichung einreichten. Doch bis jetzt sind diese Gedichte - und eine ganze literarische Bewegung - für moderne Leser verloren gegangen.
Die Gedichte in Voices Beyond Bondage befassen sich mit dem Schrecklichen und dem Alltäglichen, dem Humorvollen, dem Gewöhnlichen und dem Außergewöhnlichen. Die Autoren schrieben über Sklaverei, aber auch über Liebe, Moral, Politik, Beharrlichkeit, Natur und Gott. Diese Gedichte zeugen von leidenschaftlichen, engagierten, stimmgewaltigen und vor allem entschlossenen Autoren, deren Mut zugleich Waffe und Schild gegen eine Welt voller Vorurteile und Ungerechtigkeit war. Diese Autoren schrieben, um gehört zu werden; mehr als 150 Jahre später ist es endlich an der Zeit, dass wir ihnen zuhören.