Bewertung:

Das Buch erforscht das Leben bedeutender historischer Persönlichkeiten, die als „Unruhestifter“ bezeichnet werden, und bietet eine Sammlung von Mini-Biografien, die sich mit ihrem Einfluss und ihren Handlungen befassen. Zwar gelingt es dem Autor, die Bedeutung dieser Persönlichkeiten mit zeitgenössischen Themen in Verbindung zu bringen, doch überschattet die Konzentration auf einzelne Profile manchmal das übergreifende Thema, was einen „Unruhestifter“ ausmacht. Der Prosastil kann als trocken empfunden werden, insbesondere für Leser, die mit philosophischen Diskursen weniger vertraut sind.
Vorteile:Das Buch bietet einen gut recherchierten historischen Kontext für antiautoritäre Persönlichkeiten und stellt eine Verbindung zwischen ihren Handlungen und modernen politischen Krisen her. Es wirft interessante Fragen über die Natur von Unruhestiftern auf und kategorisiert sie effektiv. Der Autor verwendet sowohl fiktive als auch reale Beispiele, um Konzepte zu veranschaulichen, und bietet so eine einzigartige Perspektive auf gesellschaftliche Rebellion.
Nachteile:In der Erzählung werden oft einzelne Biografien gegenüber einer zusammenhängenden Erforschung des Konzepts der „Unruhestifter“ bevorzugt. Der philosophische Schreibstil könnte für einige Leser zu trocken oder komplex sein, insbesondere für diejenigen, die sich nicht mit philosophischen Studien beschäftigen. Außerdem könnten Übersetzungsprobleme das Leseerlebnis beeinträchtigen, da die poetische Note des Originaltextes fehlt.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Troublemakers: A Philosophy of Puer Robustus
Die politischen Krisen und Umwälzungen unserer Zeit gehen oft von der Peripherie und nicht vom Zentrum der Macht aus. Figuren wie Edward Snowden, Julian Assange und Chelsea Manning haben auf eine Art und Weise gehandelt, die die Macht erschüttert hat, indem sie Wahrheiten enthüllten, die die Mächtigen lieber geheim halten wollten. Sie sind der Macht ein Dorn im Auge, Störenfriede in den Augen der Mächtigen, auch wenn ihr Handeln wertvoll sein und zu positiven Veränderungen führen kann.
In diesem wichtigen neuen Buch untersucht Dieter Thom die entscheidende, aber oft übersehene Funktion dieser Figuren am Rande der Gesellschaft und entwickelt eine Philosophie der Störenfriede vom 17. Jahrhundert bis zur heutigen Zeit. Thom geht von Hobbes' Idee des puer robustus (wörtlich: „dicker Junge“) aus, also einer Figur, die gegen Ordnung und Autorität rebelliert. Während Hobbes den puer robustus als Bedrohung ansah, erkannte er auch das Potenzial von Figuren, die sich unter den richtigen Bedingungen erheben und zu Akteuren eines positiven Wandels werden können. Darauf aufbauend gibt Thom einen umfassenden Überblick über die Intellektuellen, die sich in den letzten 300 Jahren von dieser Idee haben inspirieren lassen, von Rousseau, Diderot, Schiller, Victor Hugo, Marx und Freud über Carl Schmitt, Leo Strauss und Horkheimer bis hin zu den jüngsten Arbeiten von Badiou und Agamben. Dabei entwickelt er eine Typologie des puer robustus und ein Mittel, mit dem wir die Störenfriede unserer Zeit einschätzen und bewerten können.
Thom zeigt, dass Störenfriede ein unausweichlicher Teil der Moderne sind, denn sobald soziale und politische Grenzen definiert sind, wird es immer Figuren geben, die sie von den Rändern aus herausfordern. Dieses Buch wird nicht nur für Studenten und Wissenschaftler der Geistes- und Sozialwissenschaften von großem Interesse sein, sondern für jeden, der den entscheidenden Einfluss dieser Randfiguren auf unsere heutige Welt verstehen will.