Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
Structuring Poverty in the Windy City: Autonomy, Virtue, and Isolation in Post-Fire Chicago
Der große Brand von Chicago im Oktober 1871 zerstörte 2.600 Hektar Land und ließ Zehntausende ohne Unterkunft, Lebensmittel, Brennstoff oder Kleidung zurück. In der Folgezeit übertrug der Bürgermeister alle Hilfsaufgaben an die kommerzielle Elite der Chicago Relief and Aid Society. Dies war, wie Joel E. Blacks provokante Studie zeigt, eine entscheidende Entscheidung - eine, die sicherstellte, dass der physische Wiederaufbau Chicagos mit einem ebenso ehrgeizigen Wiederaufbau der Armen der Stadt einhergehen würde, als Reformer, Sozialwissenschaftler und Journalisten sich daran machten, Chicagos arbeitslose, abtrünnige und abwandernde Bevölkerung zu interpretieren und zu definieren. Das Ergebnis dieser Bemühungen war eine neue Form von sozialer und quasi-staatlicher Autorität, die sich auf die Armut stützte - ein Netz politischer und rechtlicher Theorien und Praktiken, die in den Bedingungen der Armen wurzelten. Diese Autorität ist das Thema von Structuring Poverty in the Windy City.
In den Jahrzehnten nach dem Brand von Chicago weitete sich der von der Relief and Aid Society begonnene Prozess aus - von arbeitslosen Männern über Arbeiterinnen bis hin zu afroamerikanischen Migranten aus dem Süden, die alle von Armut betroffen waren und diese definierten. Anhand von Lokalzeitungen, Zeitschriften, Kommissionen, Gerichtsurteilen und Dokumenten aus Archiven in Chicago erzählt Black die Geschichten von "Landstreichern", Sexarbeitern und Migranten, die in den Strukturen der Armut gefangen sind.
Er beschreibt auch die Rechts- und Sozialordnung, die sie zu Reformen zwingt, um den strengen Anforderungen dieser Ordnung gerecht zu werden. Indem er die zentrale Rolle der Verarmten bei der Schaffung einer Rechtsordnung aufzeigt, unterstreicht Blacks Buch den Einfluss sozialer Ideen auf das juristische Denken, der sich in der Politik des New Deal und bis heute in der Politik der Armut und des Social Engineering widerspiegelt.