
Subversive Seas: Anticolonial Networks Across the Twentieth-Century Dutch Empire
Dieses aufschlussreiche Porträt des niederländischen Imperiums verlagert unser Verständnis moderner Imperien von der irdischen auf die ozeanische Ebene. Es hebt die Bedeutung der Schifffahrt, der Hafenstädte und der maritimen Kultur für die politischen Kämpfe der 1920er und 30er Jahre hervor.
Hafenstädte wie Dschidda, Schanghai und Batavia waren Brutstätten für die Ausbreitung von Nationalismus, Kommunismus, Pan-Islamismus und Pan-Asiatismus und wurden durch den Verkehr von Passagieren, Arbeitern und religiösen Pilgern zu wichtigen Zentren des Widerstands gegen den niederländischen Imperialismus. Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch die Seefahrt versuchten die niederländische Regierung und die Reedereien, den ozeanischen Raum zu sichern und die Hegemonie im Ausland durch ein Netz von Kontrollen aufrechtzuerhalten.
Zu den Techniken gehörten Netzwerke der Seepolizei, eine enge Zusammenarbeit mit britischen und französischen Überwachungsorganen an Land und die Aufrechterhaltung der Segregation auf Schiffen, die den Menschen an Bord ihre Stellung innerhalb der imperialen Hierarchien „beibringen“ sollte. Diese innovative Studie zeigt auf, wie der Antikolonialismus nicht nur innerhalb der terrestrischen Grenzen von Metropole und Kolonie, sondern auch in den transozeanischen Zwischenräumen geprägt wurde.