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Southerly
Kurzgeschichten mit subtiler Bedrohung und Lydia Davis-artigem Humor.
Am Vorabend einer wichtigen Schlacht wird ein Colonel in seinem Zelt von einer indigenen Frau besucht, die ihm eine Botschaft überbringen will. Ein Mann macht sich daran, das Haus seiner Kindheit zu renovieren, und beginnt zu spüren, dass er dabei sein eigenes Leben neu aufbauen könnte. In einer Privatklinik zur Behandlung krankhaft fettleibiger Menschen hat eine Pflegerin Probleme mit sich selbst....
Es sind Geschichten über Immigration, Marginalität, Geschichte, Intimität und Besessenheit. Jede von ihnen zeigt ihre eigene Sicht auf die Welt durch das Leben ihrer jeweiligen Figuren - die ebenso unterschiedlich wie komplex sind - und die tiefgreifenden Veränderungen, die sie durchmachen. Als Reflexionen über die Unkontrollierbarkeit des Lebens, als Darstellungen dessen, wie selbst das unschuldigste Detail zu einer Bedrohung werden kann, bieten diese Geschichten keine sauberen Enden, sondern bleiben vielmehr offen für die Neugier des Lesers. Southerly ist eine perfekte Einführung in das, was man die „Consiglianische Logik des Erzählens“ (Cabezón Cámara) genannt hat, in der die Ereignisse nicht immer nacheinander ablaufen und der Leser schnell lernt, sich zwischen den kleinsten Details zu orientieren, als würde er durch ein Minenfeld gehen.