
Southern Limestones under Western Eyes: The Modern World Evolving in Southern Australia
Die Wissenschaft, der Aufbau zuverlässigen Wissens, wurde im siebzehnten Jahrhundert unter dem Deckmantel der "Naturphilosophie" zu einem großen Triumph der europäischen Aufklärung: Sie untersuchte, woraus die Erde und das Universum bestehen und wie die Dinge funktionieren. Es dauerte ein weiteres Jahrhundert, bis das Parallelfach "Naturgeschichte" einen Einblick in die Entstehung der Erde, ihrer Geografie und ihres vielfältigen Lebens gab. Später wurden Geologie und Biologie als Biogeohistorie miteinander verflochten - ein sich ständig veränderndes Umwelttheater, in dem ein sich ständig veränderndes evolutionäres Schauspiel aufgeführt wird.
Dieses Umwelttheater hat sich mit dem Entstehen und Zerbrechen von Superkontinenten, dem Entstehen und Sterben von Weltmeeren und dem Aufkommen und Vergehen von globalen Treibhäusern und Eiszeiten verändert. Das evolutionäre Schauspiel beginnt mit der Biostratigraphie, in der Fossilien tiefe Zeiten und alte Umgebungen enthüllten und die erste aussagekräftige geologische Zeitskala bildeten, und endet mit der noch jungen Wissenschaft der Paläozeanographie, in deren Mittelpunkt Mikrofossilien stehen, die reich an Informationen über die Ozeane und das Klima der Vergangenheit sind.
In Southern Limestones under Western Eyes erzählt Brian McGowran die Geschichte der Biogeohistorie selbst: die sich ständig verändernde Wahrnehmung von Gesteinen, Fossilien und Landschaften von den späten 1600er Jahren bis heute. McGowran konzentriert sich auf das südliche Australien, die Nordküste des sterbenden Australisch-Antarktischen Golfs, in einer Zeit, die von zwei Katastrophen geprägt war: dem Aussterben der Dinosaurier und dem Auftauchen des Menschen.