Bewertung:

Das Buch bietet eine kritische Untersuchung der historischen Beziehungen zwischen den türkischen Juden und dem Osmanischen Reich und stellt die herkömmliche Annahme in Frage, dass die Türkei immer ein schützender Hafen für Juden war. Es bietet einen differenzierten Blick auf die Herausforderungen, mit denen die Juden in der Türkei konfrontiert waren, einschließlich Verfolgung und Besteuerung.
Vorteile:Das Buch wirft Licht auf ein historisch übersehenes Thema und bietet eine gut recherchierte Perspektive auf die Komplexität des jüdischen Lebens in der Türkei und im Osmanischen Reich. Es regt zu einem offenen Dialog über die historischen Beziehungen an und hebt den Mut derjenigen hervor, die sich gegen die Darstellung des Regimes aussprechen.
Nachteile:Einige Leser könnten das Buch als Herausforderung empfinden, da es lang gehegten Überzeugungen über die Sicherheit der Juden in der Türkei widerspricht, was den Inhalt möglicherweise unangenehm macht. Außerdem könnten die Leser die Interpretation der historischen Ereignisse durch den Autor und die Auswirkungen auf die aktuellen jüdisch-türkischen Beziehungen in Frage stellen.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Sultanic Saviors and Tolerant Turks: Writing Ottoman Jewish History, Denying the Armenian Genocide
Was bringt Juden im Osmanischen Reich, in der Türkei und im Ausland dazu, ein positives Bild der Osmanen und Türken zu vermitteln, während sie den Völkermord an den Armeniern und die Existenz von Antisemitismus in der Türkei leugnen? Historischen Überlieferungen zufolge wurden die 1492 aus Spanien vertriebenen Juden vom Osmanischen Reich aufgenommen und später im Zweiten Weltkrieg vor den Nazis geschützt.
Wenn wir glauben, dass Türken und Juden so lange in Harmonie gelebt haben, wie können wir dann glauben, dass die Türken einen Völkermord an den Armeniern begangen haben könnten? Marc David Baer stellt sich diesen Überzeugungen und Umständen, um darüber nachzudenken, welche moralische Verantwortung die Nachkommen der Opfer eines Völkermords gegenüber den Nachkommen der Opfer eines anderen haben. Baer erforscht die Geschichte der muslimisch-jüdischen Beziehungen im Osmanischen Reich und in der Türkei, um den Ursprung dieser vielen verworrenen Wahrheiten zu finden.
Sein Ziel ist es, eine Versöhnung zwischen Juden, Muslimen und Christen herbeizuführen, indem er sich nicht nur unbequemen historischen Tatsachen stellt, sondern sie konfrontiert und aufarbeitet. Indem er die Komplexität der interreligiösen Beziehungen, die Leugnung des Holocaust, den Völkermord und die ethnische Säuberung untersucht und sich mit einigen seit langem bestehenden historischen Stereotypen auseinandersetzt, macht sich Baer daran, eine neue Geschichte zu erzählen, die sich gegen den türkischen Antisemitismus wendet und den Völkermord an den Armeniern anerkennt.