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Syria and the Neutrality Trap: The Dilemmas of Delivering Humanitarian Aid Through Violent Regimes
Der Krieg in Syrien ist ein Beispiel für den Missbrauch und die unzureichende Bereitstellung humanitärer Hilfe. Nach der internationalen Praxis sollte die humanitäre Hilfe über eine staatliche Regierung geleitet werden, die eine besondere Verantwortung für ihre Bevölkerung trägt.
In Syrien wurde jedoch der Großteil der Hilfe über Damaskus abgewickelt, während das Regime die große Mehrheit der zivilen Todesopfer verursachte. Hätten die Vereinten Nationen ihre Zusammenarbeit mit der Regierung abbrechen und ihre humanitäre Pflicht, allen Menschen in Not zu helfen, vernachlässigen sollen? Entscheidungsträger stehen vor diesen schwierigen politischen Dilemmas, und oft schnappt die „Neutralitätsfalle“ zu. In diesem Buch werden die politischen und moralischen Überlegungen erörtert, wie auf eine brutale und komplexe Krise unter Einhaltung des Völkerrechts und der internationalen Praxis reagiert werden kann.
Der Autor, ein Wissenschaftler und hochrangiger Diplomat, der an den UN-Friedensgesprächen in Genf beteiligt war, schöpft aus erster Hand von Diplomaten, Praktikern und UN-Quellen. Er beleuchtet die Glaubwürdigkeitskrise der UNO und die weitergehenden Auswirkungen auf die Entwicklung des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte.
Dabei geht er auch auf die wichtigsten Fragen ein, die von westlichen Diplomaten, Nichtregierungsorganisationen und internationalen Organisationen gestellt werden, wie etwa: Warum ist die UNO der syrischen Regierung nicht mutiger entgegengetreten? War es nicht nur rechtlich korrekt, sondern auch moralisch vertretbar, humanitäre Hilfe in Gebiete des Regimes zu liefern, in denen Raketen abgefeuert und Kriegsflugzeuge gestartet wurden? Warum war es so schwierig, grenzüberschreitende Hilfe dort möglich zu machen, wo sie dringend benötigt wurde? Die akribische Darstellung der aktuellen internationalen Praxis ist sowohl aufschlussreich als auch beunruhigend. Sie befasst sich mit den schmerzlichen Lektionen, die wir gelernt haben, und gibt Empfehlungen für künftige Herausforderungen, bei denen die Politik versagt und die humanitären Helfer die moralische Leere füllen.