
T. E.
Ruth (1875-1956) war einer der umstrittensten baptistischen Geistlichen, die je in Australien gewirkt haben. Nach einer erfolgreichen Karriere in England als Predigerin, Pastorin und Schriftstellerin kam Ruth 1914 in die bedeutende Collins Street Baptist Church in Melbourne. Während der turbulenten Jahre des Weltkriegs kümmerte sich Ruth um die trauernden und verwirrten Menschen in seiner Gemeinde und in der Stadt.
Er führte auch öffentliche Debatten über die Wehrpflicht und lieferte sich dabei heftige Wortgefechte mit seinem katholischen Gegner, Erzbischof Daniel Mannix. Später wechselte er zur Pitt Street Congregational Church in Sydney, wo er sich bald in der öffentlichen Opposition gegen den Labor-Premier J. T.
Lang engagierte und ein beliebter Kolumnist in der weltlichen Presse wurde. Für seine Kritiker war er ein konfessioneller Fanatiker und wurde als „Ruthless Ruth“ verspottet; für andere war er ein glühender Empire-Loyalist, ein bewunderter und erfolgreicher Verteidiger des Protestantismus. Einige Kritiker warfen ihm vor, ein christlicher Spiritualist zu sein, und andere behaupteten, er habe eine Theologie für den Faschismus formuliert.
Ruth prangerte den tausendjährigen Adventismus und die Höllenfeuer-Eschatologie an, während er den Universalismus und eine kontinuierliche geistige Entwicklung nach dem Tod bejahte. Diese faszinierende Studie über einen fortschrittlichen Denker, öffentlichen Theologen und Kontroverstheten beleuchtet eine der spaltenden und prägenden Perioden im religiösen und politischen Leben Australiens.