Tanzen auf gewalttätigem Boden: Utopie als Enteignung im euro-amerikanischen Theatertanz

Bewertung:   (5,0 von 5)

Tanzen auf gewalttätigem Boden: Utopie als Enteignung im euro-amerikanischen Theatertanz (Arabella Stanger)

Leserbewertungen

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.

Originaltitel:

Dancing on Violent Ground: Utopia as Dispossession in Euro-American Theater Dance

Inhalt des Buches:

Die Politik des Theatertanzes wird üblicherweise in Bezug auf körperliche Freiheit, Widerstand, Agitation oder Reparatur theoretisiert. Dieses Buch stellt diese utopischen Vorstellungen in Frage und argumentiert, dass die Visionen und Empfindungen kanonischer euro-amerikanischer Choreografien versteckte Formen rassistischer Gewalt in sich tragen, nicht im Sinne physischer oder psychologischer Traumata, die bei der Ausübung dieser Künste entstehen, sondern durch die Geschichte sozialer Herrschaft, die ihnen materiell zugrunde liegt.

Arabella Stanger entwickelt eine neue Theorie des choreografischen Raums und zeigt, wie verkörperte Formen der Hoffnung, die im Ballett und in der progressiven Tanzmoderne versprochen werden, räumliche Operationen der imperialen, kolonialen und rassischen Unterwerfung verbergen und von ihnen abhängen. Stanger legt den gewalttätigen Boden des Tanzes frei, indem sie die Expansionsphantasien des imperialen Balletts von Marius Petipa, die kolonialen und korporativen Praktiken der Siedler im modernen Tanz von Martha Graham und George Balanchine, die reaktionären Diskurse des Menschlichen in den Bewegungsgeometrien von Rudolf von Laban und Oskar Schlemmer, Merce Cunninghams Experimentalismus als weiße Siedlerphantasie vom Land der Freien und die imperiale Amnesie von Boris Charmatz' Interventionen in großstädtischen Museen hinterfragt.

Unter Rückgriff auf materialistisches Denken, kritische Ethnie-Theorie und indigene Studien plädiert Stanger schließlich dafür, dass die Tanzwissenschaft eine Position der "kritischen Negativität" einnimmt, eine analytische Haltung, die darauf abgestimmt ist, wie die überschwängliche Modellierung bestimmter Lebensformen durch den Tanz als Deckmantel für lebensverneinende Praktiken dienen kann. Kühn in seinen Argumenten und rigoros in seiner Kritik, fragt Dancing on Violent Ground, wie Performance-Wissenschaftler eine Praxis des hoffnungsvollen Denkens entwickeln können, ohne die Geschichte aus ihrem Analysefeld zu verbannen.

Weitere Daten des Buches:

ISBN:9780810144088
Autor:
Verlag:
Einband:Taschenbuch
Erscheinungsjahr:2021
Seitenzahl:240

Kauf:

Derzeit verfügbar, auf Lager.

Ich kaufe es!

Weitere Bücher des Autors:

Tanzen auf gewalttätigem Boden: Utopie als Enteignung im euro-amerikanischen Theatertanz - Dancing...
Die Politik des Theatertanzes wird üblicherweise...
Tanzen auf gewalttätigem Boden: Utopie als Enteignung im euro-amerikanischen Theatertanz - Dancing on Violent Ground: Utopia as Dispossession in Euro-American Theater Dance

Die Werke des Autors wurden von folgenden Verlagen veröffentlicht: