Bewertung:

Janine Barchas' Buch ist eine akribisch recherchierte Untersuchung von Jane Austens Werken, die ihre Verbindungen zu historischen Figuren und Ereignissen aufdeckt, die das Verständnis ihrer Romane bereichern. Während das Buch faszinierende Einblicke bietet, finden einige Leser, dass es an erzählerischem Engagement mangelt und zu akademisch ist.
Vorteile:Das Buch ist gut recherchiert und geschrieben und bietet neue Perspektiven auf Jane Austens historische Einflüsse. Es bietet aufschlussreiche Verbindungen zwischen Austens Werk und realen Ereignissen und Personen, die zu weiteren Forschungen anregen können. Das Buch hat Momente, in denen es klug seziert und zum Nachdenken anregende Verbindungen herstellt, die Leser ansprechen, die sich für Literaturgeschichte interessieren.
Nachteile:Viele Leser finden das Buch trocken und nicht sehr unterhaltsam. Der akademische Ton könnte einige Leser abschrecken, und es gibt Annahmen über Vorkenntnisse, die das Engagement behindern könnten. Einige Abschnitte werden als übermäßig abhängig von früherer Literatur angesehen, was von der zentralen Erzählung ablenken könnte.
(basierend auf 8 Leserbewertungen)
Matters of Fact in Jane Austen: History, Location, and Celebrity
In Matters of Fact in Jane Austen: History, Location, and Celebrity stellt Janine Barchas die kühne Behauptung auf, dass Jane Austens Romane auf tatsächliche hochrangige Politiker und zeitgenössische Berühmtheiten sowie auf berühmte historische Figuren und Landgüter anspielen.
Barchas ist die erste Wissenschaftlerin, die die Namen und Schauplätze in Austens Romanen eingehend erforscht und dabei die enorme Menge an Archivmaterial, das jetzt online verfügbar ist, voll ausnutzt. Barchas zufolge spielt Austen selbstbewusst mit der Spannung zwischen Wahrheit und Erfindung, die den realistischen Roman kennzeichnet.
Natürlich setzt das Argument, Austen habe berühmte Namen verwendet, eine aktive Prominenten-Kultur während der Regentschaft voraus, ein Phänomen, das erst kürzlich von der Wissenschaft anerkannt wurde. Die Namen, die Austen für ihre Protagonisten aus der Geschichte entnimmt (Dashwood, Wentworth, Woodhouse, Tilney, Fitzwilliam und viele andere), waren zu ihrer Zeit ungemein berühmt. Sie scheint sich diese Vertrautheit für ihre Interpretation zunutze zu machen, wobei sie die Assoziationen oft in komischer Absicht umkehrt.
Barchas rückt Austens Werk näher an die historischen Romane ihres Zeitgenossen Sir Walter Scott heran und entfernt sich von den häuslichen und biografischen Perspektiven, die bis vor kurzem die Austen-Studien dominiert haben. Diese vorausschauende und aufschlussreiche Untersuchung bietet Gelehrten und begeisterten Fans von Jane Austen eine Fülle historischer Fakten und wirft gleichzeitig ein interpretierendes Licht auf einen neuen Aspekt des Werks der beliebten Schriftstellerin.