Bewertung:

Das Buch bietet eine umfassende Untersuchung verschiedener Arten militärischer Täuschung in der mittelalterlichen Kriegsführung, die in einem fesselnden und oft dunkelhumorigen Stil präsentiert wird. Auch wenn es die literarische Täuschung nicht in der Tiefe behandelt, die sich manche Leser erhofft haben, bietet es doch einen anregenden Inhalt. Die akademische Herangehensweise des Autors ist zu begrüßen, auch wenn es einige redaktionelle Fehler gibt.
Vorteile:⬤ Fesselnder und unterhaltsamer Schreibstil
⬤ umfangreiche Recherchen
⬤ bietet eine zum Nachdenken anregende Untersuchung der militärischen Täuschung
⬤ nüchterne akademische Perspektive
⬤ enthält Karten, Bibliographie, Index und eine Liste empfohlener Literatur.
Geht nicht tief in die Kriegszeit ein, in der literarische Täuschungen eingesetzt wurden; enthält mehrere Bearbeitungsfehler, einschließlich Rechtschreibfehler.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Deception in Medieval Warfare: Trickery and Cunning in the Central Middle Ages
Täuschung und Betrug sind ein universelles Merkmal der Kriegsführung, vom Trojanischen Pferd bis zu den aufblasbaren Panzern des Zweiten Weltkriegs. Die Kriege des mittleren Mittelalters (ca.
1000-1320) bildeten da keine Ausnahme. Dieses Buch befasst sich mit den verschiedenen Tricks, von denen in mittelalterlichen Chroniken berichtet wird, von den Normannen, die in der Schlacht von Hastings (1066) eine Flucht vortäuschten, um die Engländer vom Senlac Hill wegzulocken, über die Türken, die als Vogelverkäufer verkleidet in das fränkische Lager auf dem Blutfeld (1119) eindrangen, bis hin zu den schottischen Anhängern, die auf dem Feld von Bannockburn (1314) Wäsche als Banner schwenkten, um eine Abteilung von Soldaten zu imitieren.
In dieser Studie wird auch untersucht, was die zeitgenössische Gesellschaft über Täuschung auf dem Schlachtfeld dachte: War es eine legitime Art zu kämpfen? Galt Gerissenheit als bewundernswerte Eigenschaft eines Kriegers? Galten die kulturell und religiös „Anderen“ als hinterlistiger im Krieg als die Westeuropäer? Durch eine detaillierte Analyse des Wortschatzes und der erzählerischen Mittel enthüllt dieses Buch eine Gesellschaft mit einer tiefen moralischen Ambivalenz gegenüber militärischen Täuschungen, in der die Autoren die Gerissenheit eines Kriegers feiern und gleichzeitig ihre Feinde für ähnliche Täuschungshandlungen verurteilen konnten. Das Buch enthält auch einen Anhang, in dem über vierhundert Vorfälle militärischer Täuschung in zeitgenössischen Chronikberichten katalogisiert sind.