Bewertung:

Das Buch ist eine wichtige Einführung in das wenig erforschte Thema der Lynchjustiz an abgeschossenen alliierten Fliegern während des Zweiten Weltkriegs. Dr. Hall kontextualisiert das Thema effektiv und liefert eine Fülle von historischen Belegen und Analysen. Seine sorgfältige Nacherzählung von Erzählungen und die Verwendung aussagekräftiger Bilder fördern das Verständnis des Lesers für das Thema.
Vorteile:⬤ Umfassend und gut recherchiert, beleuchtet er einen vernachlässigten Bereich der Geschichte des Zweiten Weltkriegs.
⬤ Effektive Darstellung der schmerzhaften Geschichten mit Sorgfalt und Ehrfurcht vor den Opfern.
⬤ Beinahe 90 Bilder fügen eine wertvolle visuelle Dimension hinzu.
⬤ Bietet einen nützlichen Kontext für das Verständnis der Rolle von Propaganda und Rassendiskriminierung.
⬤ Dient als wertvolle Quelle für Wissenschaftler auf diesem Gebiet.
⬤ Einige Abschnitte lesen sich wie eine Dissertation, was sie für den allgemeinen Leser weniger zugänglich macht.
⬤ Nicht alle enthaltenen Fallstudien entsprechen eindeutig der Definition des Autors von Lynchmord, was zu möglichen Diskrepanzen in der Argumentation führt.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Terror Flyers: The Lynching of American Airmen in Nazi Germany
Terror Flyers untersucht die "Lynchjustiz", die während des Zweiten Weltkriegs an amerikanischen Fliegern in Nazi-Deutschland verübt wurde. Anhand von fesselnden Erfahrungsberichten abgeschossener Piloten sowie bisher ungenutzten Primärquellen stellt Terror Flyers die Vorstellung in Frage, dass solche Lynchjustiz ausschließlich von Parteifunktionären und Soldaten der Nazis verübt wurde. Neue Beweise zeigen, dass auch gewöhnliche deutsche Bürger Lynchjustiz ausübten.
Die Lynchjustiz, die zunächst als spontane Reaktion auf die verheerenden Luftangriffe der Alliierten auf die Städte des Dritten Reiches entstand, bot dem NS-Regime eine einzigartige Propagandamöglichkeit, die Empörung der deutschen Bevölkerung zu nutzen. Inspiriert von der amerikanischen Geschichte der Lynchjustiz an Afroamerikanern, nutzte die NS-Propaganda genau die gleichen Bilder, die in den US-Publikationen zu finden waren, um die Wut der deutschen Bevölkerung zu schüren.
Terror Flyers stützt sich auf die Berichte der abgeschossenen Flieger selbst, auf Zeugenaussagen aus den 1945-48 in Dachau abgehaltenen "Fliegerprozessen" und auf selten gesehene Nazi-Propaganda und bietet eine neue Darstellung dieses bisher übersehenen Aspekts des alliierten Feldzugs in Europa und legt nahe, dass es zwischen 1943 und 1945 wahrscheinlich mindestens 3.000 Fälle von Lynchjustiz gab.