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The Anthem Companion to Niklas Luhmann
In der "Einleitung" gibt Ralf Rogowski biographische Informationen und einen Überblick über die Entwicklung der Luhmannschen Sozialsystemtheorie. In "Luhmann und die Konstitutionssoziologie: Law and Functional Differentiation Revisited" analysiert Chris Thornhill, wie Luhmanns Theorie der funktionalen Differenzierung als methodologisches Instrument genutzt werden kann, um die Konstruktion eines institutionellen und rechtlichen Rahmens für das Regieren in der Weltgesellschaft zu untersuchen. In "Far from Equilibrium. Niklas Luhmann on Politics and Economy in 21st Century's World Society" (Niklas Luhmann über Politik und Wirtschaft in der Weltgesellschaft des 21. Jahrhunderts) argumentiert Aldo Mascareo, dass die politischen und wirtschaftlichen Systeme ihre unvorhersehbare Dynamik intensiviert und damit ihre Instabilität erhöht haben, wie kritische Ereignisse wie die Finanzkrise 2008, die politischen Umwälzungen 2011 und die globale Pandemie COVID-19 im Jahr 2020 zeigen. In "Luhmann on Law and Legal Theory" erklären Richard Nobles und Paul Schiff, wie die juristische Argumentation eine ausreichende Redundanz und Vielfalt im Rechtssystem erzeugt, um eine rekursive Reproduktion der juristischen Kommunikation zu erreichen, die dem System die Möglichkeit gibt, sich autopoietisch weiterzuentwickeln.
In "Epistemische Soziologie: Luhmanns Wissenschafts- und Wissenstheorie" unterstreicht Gert Verschraegen die Verbindung der Wissenschaft in der Gesellschaft mit anderen Funktionssystemen wie dem Bildungssystem (gekoppelt über Lehrplaninhalte in Schulbüchern), der Wirtschaft (gekoppelt über Patente), der Politik (gekoppelt über Forschungspolitik sowie Politikberatung) und dem Medizinsystem (gekoppelt über wissenschaftlich geprüftes medizinisches Wissen und Operationspraktiken). In "Luhmanns Kunsttheorie" untersucht Paul Buckermann, wie Luhmanns funktionale Methode der Schlüssel zum Verständnis von Kunst ist und Ordnungsmöglichkeiten sichtbar macht, die sonst unsichtbar bleiben. Raf Vanderstraeten erörtert in "Luhmann über Religion und Säkularisierung" anhand zahlreicher Beispiele, wie das religiöse System zur Entstehung der modernen Gesellschaft beigetragen hat und wie es sich den Folgen der funktionalen Differenzierung der modernen Gesellschaft anpassen musste.
In "Niklas Luhmann und die kritische Systemtheorie" skizzieren Kolja Mller und Jasmin Siri Merkmale einer kritischen Systemtheorie und ihr Potenzial für eine Kritik der modernen Gesellschaft. Dirk Baecker skizziert in "Niklas Luhmann und sein skeptischer Kulturbegriff" Luhmanns reservierte Haltung gegenüber dem Kulturbegriff. In "Luhmann, on Algorithms, in 1966" analysiert Elena Esposito einen frühen Text von Luhmann on Law and Automation in Public Administration. Klaus Dammann analysiert in "Niklas Luhmann aus luhmannscher Sicht" Luhmanns Biographie anhand luhmannscher Konzepte und Gunther Teubner erzählt in "Drei Begegnungen mit Niklas Luhmann" von seinen wissenschaftlichen und persönlichen Erfahrungen mit Luhmann.