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The Cornell Journal of Architecture 9: Mathematics
Während die Mathematik in der Architektur seit jeher auf Begriffe wie Ordnung, Proportion und ideale Form Bezug nimmt, hat sich die Disziplin der Mathematik selbst dahingehend verändert, dass sie Unsicherheit, Unvollständigkeit, Relativität und Chaos einschließt, so dass die Wahrheit selbst schwer fassbar ist. Diese Entwicklung ist zum Teil auf die Beschäftigung mit realen Phänomenen zurückzuführen, bei denen sich gezeigt hat, dass sich natürliche Systeme nichtlinear und unvorhersehbar verhalten.
Während in der Architektur computergestützte Entwicklungen, die eine dynamische und variable Modellierung ermöglichen, in unsere Design- und Produktionskultur eingeflossen sind, hat sich eine neue Art von Idealismus entwickelt. Dieses formal produktive und inhärent multiplikative Buch stellt die algorithmische Wahrheit und statistische Ergebnisse über vorgegebene Ziele; es bedeutet einen Rückzug von der Realität hin zu Abstraktion und Simulation im glatten Raum der Möglichkeiten. Inzwischen haben die Folgen der Ungewissheit unsere Kultur bis ins Innerste durchdrungen.
Nach dem anfänglichen Höhenflug fraktaler und zufälliger geometrischer Fertigkeiten beginnt die Architektur gerade erst, die dieser zeitgenössischen Mathematik zugrundeliegenden Themen wieder aufzugreifen: Ungewissheit, Unvorhersehbarkeit, Zufall, Rekursion, Wildheit und Informalität. Mitwirkende: Cecil Balmond, Mario Carpo, Lily Chi + Adrian Lewis, Dana Cupkova + Kevin Pratt, Tom Fecht, Francois Roche, Jenny Sabin, Anthony Vidler und andere.