
Theatre as Alter/Native" in Derek Walcott"
Theatre as Alter/"Native" in Derek Walcott" versucht eine genaue und detaillierte politisch-ästhetische Analyse seiner wichtigsten Stücke. Im Mittelpunkt dieses Buches steht der Versuch, die Frage zu beantworten, wie postkoloniale Künstler und Intellektuelle es gewagt haben, sich angesichts oppositioneller, binärer Entscheidungen radikal andere Lebensweisen vorzustellen.
Wie der Titel andeutet, schaffen Walcotts Stücke kritische Räume für neue Narrative des "Werdens" und alternative Prioritäten, die mit umstrittenen, durch Rasse, Sprache und Ethnizität geprägten Identitäten verwoben sind. Walcott wusste, dass das Theater eine wichtige Rolle bei der Entmystifizierung der karibischen "Abwesenheit" und "Leere" spielen und eine alternative Version der herrschenden Realität schaffen würde. Indem Walcott die westlichen Texte, die mit banalen Stereotypen und deren Repräsentationsverzerrungen gefüllt sind, bewusst aus dem Blickfeld nimmt und auf zutiefst paradoxe Weise eine "Re-Aktion" auf die Skripte der Kolonisatoren auslöst, bekräftigt er in seinen Stücken die karibische Identität.
In dieser Studie soll aufgezeigt werden, wie seine Stücke ein anderes/"einheimisches" Universum in Bezug auf Ästhetik, Dramaturgie und das Performative eröffnen und die Identität der "Neuen Welt" eher durch Verhandlungen als durch Negation zurückgewinnen - und damit den Anspruch einer "festen", "authentischen" Kultur untergraben. Indem er die Künste an die Spitze der Nationenbildung stellte, platzierte Walcott seine Stücke an einem entscheidenden Wendepunkt zwischen dem Ende des Empire und der neu entstandenen Föderation in seinem Archipel.