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Theorizing Medieval Race: Saracen Representations in Old French Literature
In den heutigen Diskussionen über religiöse Unterschiede und Intoleranz wird das Mittelalter oft als eine Zeit fester rassischer, religiöser und kultureller Identitäten dargestellt, insbesondere in Bezug auf den Osten und den Islam. Darstellungen von Sarazenen zeigen jedoch, wie literarische Traditionen zu einer differenzierteren Betrachtung der komplexen und oft überraschenden Darstellungsweisen solcher nicht-christlicher Figuren einladen.
In einer umfassenden Studie altfranzösischer Texte aus der Zeit zwischen 1150 und 1350 untersucht Victoria Turner, wie rassische Identität in der mittelalterlichen christlichen literarischen Vorstellungswelt nicht nur paradox, sondern sogar fließend ist, wobei Artushelden sarazenische Vorfahren haben können und ein Sarazene ein Beispiel für gutes christliches Verhalten sein kann. Unter Rückgriff auf die moderne kritische Theorie wendet Turner eine Reihe von Ansätzen zu Konzepten der Ethnie an, um Vorschlägen entgegenzutreten, dass diese mittelalterlichen Identitäten notwendigerweise gegensätzlich, konsistent oder absolut waren.
Victoria Turner ist Dozentin für Französisch an der Universität von St. Andrews.