
Thomas Hoccleve: Religious Reform, Transnational Poetics, and the Invention of Chaucer
Dieses Buch erforscht das Werk des spätmittelalterlichen englischen Schriftstellers Thomas Hoccleve. Es hebt Hoccleves Rolle als religiöser Schriftsteller hervor: ein Individuum, das sich ernsthaft mit der Dynamik von Ketzerei und Kirchenreform auseinandersetzt, das zu den Traditionen des volkstümlichen Andachtsschreibens beiträgt und das die Frage aufwirft, wie sich das Christentum sowohl auf persönlicher als auch auf politischer Ebene manifestiert.
Es wird eine Rolle für Hoccleve als poetischer Vermittler vorgeschlagen, der in der Lage ist, zwischen der zunehmend militanten englischen Kirche und einer beginnenden englischen Literaturtradition zu vermitteln, und es wird Hoccleves Rolle bei der Umwandlung der Figur Chaucers in den ersten Jahrzehnten des fünfzehnten Jahrhunderts betont. Es wird argumentiert, dass die in Hoccleves Regiment of Princes präsentierte Version von Chaucer - erhaben, fromm und auffallend religiös - kein vorgeformtes Artefakt ist, sondern eher eine Hoccleve'sche Erfindung; und es werden die kirchlichen, politischen und literarischen Kontexte aufgezeigt, die diese Version von Chaucer sowohl möglich als auch notwendig machen.
Diese Studie verortet Hoccleves Leistungen auch in einem transnationalen poetischen Kontext - sie bietet französische und italienische Präzedenzfälle für Hoccleves Moralisierung von Chaucer und untersucht gleichzeitig den Einfluss der zeitgenössischen französischen Dichtung auf Hoccleves Werk. So können wir Hoccleves Rolle innerhalb der englischen Literaturtradition neu überdenken und die Art und Weise, wie Ketzerei und religiöse Reformen in der spätmittelalterlichen Dichtung auftauchen, besser verstehen; und es bietet uns einen nuancierteren Kontext für Chaucers Positionierung als literarische "Vaterfigur" in dieser Zeit.