
Tlatilco, ein vorklassisches Dorf (800 v. Chr.) am Westhang der Sierra de las Cruces, das heute als Cuenca de Mxico bekannt ist, ist seit mehreren Jahrzehnten ein umstrittener Ort und Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Kontroversen.
Mehr als 400 Bestattungen, darunter riesige Mengen an Beigaben, wurden bei Feldarbeiten zwischen 1942 und 1969 gefunden, und es wurde notwendig, die gesamte Entwicklung der so genannten Tlatilco-Kultur von ihren Anfängen bis zu ihrem endgültigen Verschwinden zu skizzieren, wobei alle sozioökonomischen Elemente, die diese Gesellschaft beeinflussten, berücksichtigt und die archäologischen Geräte und osteologischen Überreste in den Vordergrund gestellt wurden. Auf der Grundlage stratigraphischer, keramischer und bestattungsbezogener Daten und in Verbindung mit den jüngsten Ergänzungen, die das Ergebnis zahlreicher Interventionen in der Mexikanischen Republik sowie in Mittel- und Südamerika sind, wird eine neue Chronologie der Kernanlage vorgelegt.
Durch die korrekte Auswertung der Kontextdaten und die Anwendung theoretischer Modelle kommt man zu dem Schluss, dass die Gesellschaft der Tlatilcaner egalitär war und dass es auch möglich war, verschiedene Spezialisten für wirtschaftliche und ideologische Aktivitäten zu finden. Subsistenzmittel, Religion und Freizeitaktivitäten wurden berücksichtigt.