Bewertung:

Die Rezensionen von Dr. Ammanns Buch spiegeln eine tiefe Wertschätzung für seinen Bericht aus erster Hand über die frühe AIDS-Epidemie wider, in dem er die Tragödien und Herausforderungen dieser Zeit hervorhebt, insbesondere in Bezug auf Kinder und die Auswirkungen der Vernachlässigung durch westliche Regierungen. Das Buch wird für seine Gründlichkeit, die persönlichen Einblicke und die Dokumentation des Kampfes um wirksame Behandlungen gelobt.
Vorteile:Ein kraftvoller, maßgeblicher Bericht über die AIDS-Epidemie, der persönliche Erfahrungen mit historischer Dokumentation verbindet. Sie bietet Klarheit und Einblick in das Leiden der von AIDS betroffenen Kinder und Frauen, weist auf die systematische Vernachlässigung hin und schildert die bedeutenden Beiträge von Dr. Ammann in einer kritischen Zeit. Die Erzählung wird als fesselnd und trotz der technischen Aspekte auch für nicht-medizinische Leser verständlich beschrieben.
Nachteile:Einige Leser empfanden gewisse Teile des Buches als zu technisch oder schwer verständlich. Zudem kann die emotionale Wucht des Inhalts verstörend sein, da tragische Geschichten und Fälle von Vernachlässigung und Verzögerungen bei der Behandlung erzählt werden, die zu unnötigen Todesfällen führten.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
Lethal Decisions: The Unnecessary Deaths of Women and Children from Hiv/AIDS
Dieser Bericht eines der Pioniere der HIV/AIDS-Forschung schildert die Interaktion zwischen der pädiatrischen HIV/AIDS-Gemeinschaft, den Aufsichtsbehörden, Regierungen und Aktivisten über mehr als drei Jahrzehnte. Nach der Entdeckung von AIDS bei einer Handvoll Säuglingen im Jahr 1981 wurden in den folgenden fünfzehn Jahren bemerkenswerte wissenschaftliche Fortschritte bei der Prävention und Behandlung erzielt, obwohl Blutbanken, Arzneimittelhersteller und Bürokraten oft nur langsam handelten. 1996 war ein Wendepunkt, als wissenschaftliche und klinische HIV-Experten dazu aufriefen, alle HIV-Infizierten mit wirksamen Dreifachkombinationen antiretroviraler Medikamente zu behandeln, die sich als wirksam erwiesen hatten. Die konsequente Umsetzung von Prävention und Behandlung in den Vereinigten Staaten führte zu einem deutlichen Rückgang der HIV-bedingten Todesfälle, zu weniger Neuinfektionen und Krankenhausaufenthalten sowie zu weniger als hundert infizierten Neugeborenen pro Jahr.
Unerklärlicherweise empfahl die Weltgesundheitsorganisation, der Mehrheit der HIV-Infizierten in den armen Ländern die Behandlung vorzuenthalten, und klinische Forscher begannen mit Studien zur Bewertung minderwertiger Behandlungsansätze, während die Pandemie weiterhin das Leben von Millionen von Frauen und Kindern forderte. Warum dauerte es weitere zwanzig Jahre, bis internationale Gesundheitsorganisationen die Behandlungs- und Präventionsmaßnahmen empfahlen, die die Pandemie in den wohlhabenden Ländern so stark eingedämmt hatten? Die überraschenden Antworten werden wahrscheinlich von Medizinhistorikern und Ethikern debattiert werden.
Im Jahr 2015 wurde schließlich eine allgemeine Forderung nach einer Behandlung aller HIV-Infizierten mit antiretroviralen Dreifachkombinationen erhoben. Dies kann jedoch nur erreicht werden, wenn die Fehler der Vergangenheit korrigiert werden. Das Buch endet mit Empfehlungen, wie die pädiatrische HIV/AIDS-Epidemie endlich gestoppt werden kann.