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Tokyoids: The Robotic Face of Architecture
Ein fotografischer Überblick über die Robotergesichter von Gebäuden in Tokio und ein Argument, dass die Roboterästhetik eine zentrale Rolle in der Architekturgeschichte spielt.
In Tokyoids untersucht der Architekt Franois Blanciak die Robotergesichter, die in Tokioter Gebäuden allgegenwärtig sind, und bietet eine architektonische Taxonomie, die nicht auf den üblichen Variablen - Größe, Material, historischer Stil - basiert, sondern auf den beobachtbaren Ausdrücken der Gebäude. Blinzeln die Augen (Fenster), lacht der Mund (Tür)? Ist der Balkon ein Heulen der Verzweiflung? Blanciak untersucht die Roboterästhetik anhand seiner Fotografien von fünfzig Gebäuden und argumentiert, dass das Robotergesicht seinen Ursprung in der Architektur hat - vor der Geburt der Robotik - und eine zentrale Rolle in der Architekturgeschichte gespielt hat.
Blanciak rückt das Robotergesicht zunächst in eine historische Perspektive, indem er die Bedeutung des Gesichts in der Architekturtheorie untersucht und zeigt, dass die Konstruktion der emblematischen Porträts der Architektur die Entstehung einer Roboterästhetik auslöste. Anschließend untersucht er die Emotionen, die die Robotergesichter der fotografierten Gebäude vermitteln, in Kapiteln mit den Titeln "Ehrfurcht", "Zorn", "Freude", "Schmerz", "Angst" und "Hunger". Dabei geht er unter anderem auf die architektonische Bedeutung der gewöhnlichen Gebäude in Tokio ein.
Die Verdrängung des Figürlichen in der zeitgenössischen Architektur.
Eine Ästhetik der Zerstückelung, die mit der Struktur der japanischen Sprache und dem lokalen Gebäudedesign zusammenhängt.
Und der Einfluss der Automatisierungstechnik auf die menschliche Interaktion.
Tokioids, teils fotografische Bestandsaufnahme, teils theoretische Untersuchung, stellt die übliche Herangehensweise an die Robotik in der Architektur auf den Kopf, indem sie nicht die Automatisierung der architektonischen Produktion, sondern die ästhetischen Eigenschaften des Roboters betrachtet.