
Toms G. Masaryk a Scholar and a Statesman. The Philosophical Background of His Political Views
Die Bedeutung des politischen Denkens von Tomas G. Masaryk (1850-1937), dem ersten Präsidenten der Tschechoslowakei, gründet sich auf zwei Überlegungen.
Die eine war sein Image als Hauptgestalter der demokratischen Kultur in der Tschechoslowakei der Zwischenkriegszeit. Zum anderen galt er als ein nicht nur für Ostmitteleuropa, sondern weltweit anerkanntes Vorbild an politischer Klugheit und Umsicht. Seine Zeitgenossen nannten ihn "den weisesten Europäer von heute" und "den größten Mann Europas".
John MacCormac, der 1930 in der New York Times schrieb, sah in Masaryk eine Persönlichkeit vom selben Kaliber wie Washington, Lincoln und Wilson. Masaryk brachte in sein politisches Wirken die Vorzüge eines profunden wissenschaftlichen Hintergrunds sowie eine religiöse Prägung ein.
Ein Leitmotiv von Masaryks intellektueller Suche war sein Wunsch, der menschlichen Erfahrung eine religiöse Dimension zu verleihen. Da er den traditionellen oder liberalen Katholizismus seiner Heimat nicht akzeptieren konnte, wandte er sich den beiden modernisierenden Strömungen im deutschen Luthertum zu, die das traditionelle Dogma und die Liturgie über Bord geworfen hatten. Das Hauptinteresse von Zdenĕk V.
David besteht darin, den Geist des Mannes zu erforschen, wie er sich in seinen philosophischen und religiösen Schriften offenbart, und seine Position im Verhältnis zu den wichtigsten österreichischen, britischen, französischen und deutschen - in gewissem Maße auch amerikanischen und russischen - Denkern darzustellen, mit denen er sich in seinen philosophischen und religiösen Schriften auseinandergesetzt hat. Er konzentriert sich auf die Ideen hinter Masaryks politischen Äußerungen und Aktivitäten.