Bewertung:

Das Buch untersucht die Komplexität von Geschlecht und Sexualität in Thailand und konzentriert sich dabei insbesondere auf die Erfahrungen von schwulen Männern und lesbischen Frauen. Es befasst sich mit der kulturellen Einstellung zur Homosexualität, dem Einfluss westlicher Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität und den einzigartigen gesellschaftlichen Herausforderungen, denen sich die LGBTQ+-Community in Thailand gegenübersieht. Die Autorin versucht, Einblicke in lokale Identitäten zu geben und diese mit westlichen Erwartungen zu kontrastieren.
Vorteile:Informativ mit umfassenden Einblicken in gleichgeschlechtliche Beziehungen in Thailand. Es setzt sich mit wichtigen Debatten über Essentialismus und Konstruktivismus auseinander und bietet eine kulturelle Perspektive darauf, wie Geschlecht und Sexualität in einem südostasiatischen Kontext wahrgenommen werden. Das Buch ist eine gute Lektüre für alle, die sich für Gender Studies und LGBTQ+-Aktivismus interessieren.
Nachteile:Einige Leserinnen und Leser fanden das Buch langweilig und nicht geeignet, um es nebenbei zu lesen. Die Autorin wird für bestimmte Versäumnisse kritisiert, wie z.B. dass sie den Einfluss der Rechte von Bisexuellen nicht angemessen erörtert oder wie thailändische Lesben mit gesellschaftlichem Druck umgehen. Außerdem wird auf einige kulturelle blinde Flecken hingewiesen, vor allem in Bezug auf das Verständnis sexueller Identitäten im Vergleich zu westlichen Konzepten.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Toms and Dees: Transgender Identity and Female Same-Sex Relationships in Thailand
In Thailand hat sich eine lebendige, wachsende und unübersehbare Gruppe von weiblichen Identitäten herausgebildet, die als "Tom" und "Dee" bekannt sind.
Ein "Tom" (von "Tomboy") bezeichnet eine männliche Frau, die mit einem weiblichen Partner oder einer "Dee" (von "Lady") eine sexuelle Beziehung führt. Die Einteilung weiblicher gleichgeschlechtlicher Beziehungen in männliche und weibliche Paare und die Verwendung von aus dem Englischen abgeleiteten Begriffen zur Bezeichnung dieser Beziehungen ist in ganz Ost- und Südostasien zu finden.
Haben die Kräfte des Kapitalismus die Verbreitung westlich geprägter schwuler und lesbischer Identitäten in den Entwicklungsländern begünstigt, wie einige Theorien des Transnationalismus nahelegen? Ist das Aufkommen von Toms und Dees in den letzten fünfundzwanzig Jahren ein Zeichen dafür, dass dies in Thailand geschehen ist? Megan Sinnott beschäftigt sich mit diesen Fragen, indem sie die lokale Kultur und den historischen Kontext weiblicher gleichgeschlechtlicher Erotik und weiblicher Männlichkeit in Thailand untersucht. Auf der Grundlage eines breiten Spektrums an anthropologischer Literatur ordnet Sinnott die thailändische Tom- und Dee-Subkultur in den globalen Trend einer zunehmenden Hybridisierung sexueller und geschlechtlicher Identitäten ein.