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Die Geschichte von Tony Tuckson ist nicht einfach. Er war ein Künstler, Australiens wohl bedeutendster Maler des abstrakten Expressionismus, aber er spielte auch eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung des Museums für moderne Kunst in Australien.
Dieses neue Buch betrachtet Tuckson durch die vielen und unterschiedlichen Prismen, die seine entscheidende Rolle in und für die Kunst in Australien offenbaren. Tuckson malte schon lange vor seiner ersten Einzelausstellung im Jahr 1970, und obwohl er ein engagierter und ernsthafter Künstler war, war er ein sehr privater Künstler, der nur selten ausstellte. Tuckson begann seine 23-jährige Tätigkeit an der Art Gallery of New South Wales im Jahr 1950 als Wärter.
Schnell wurde er zum Assistenten des Direktors Hal Missingham und dann zum stellvertretenden Direktor befördert. Aus ethischen Gründen hielt er seine künstlerische Tätigkeit getrennt und sogar geheim. Als sich seine kuratorische Verantwortung auf die Kunst der Aborigines und Ozeanier verlagerte, begann er auszustellen.
Seine erste Einzelausstellung fand 1970 in der Watters Gallery in Sydney statt. In der Art Gallery of New South Wales führte er unter anderem spezielle Räume für die Kunst der Aborigines und der Torres Strait Islander ein, elektrische Beleuchtung, ein Programm zur Pflege und Dokumentation der Sammlung, die Möglichkeit, neue Medienkunst zu zeigen, sowie Räume für Bildungs- und allgemeine Besucherprogramme. Eines seiner größten Vermächtnisse besteht darin, dass er die Kunst der Aborigines als „Kunst“ ansah und sie in die Galerie brachte.
Mit Dr. Stuart Scougall, Tuckson verbrachte einige Zeit in Yirrkala und auf der Insel Melville mit Künstlern der Aborigines, was zum Erwerb eines bedeutenden Werks - der Pukamani-Stangen - führte, das den Grundstein für die Sammlung von Aborigine- und Torres Strait Islander-Kunst in der Art Gallery of New South Wales legte.