
Transformative Waters in Late-Medieval Literature: From Aelred of Rievaulx to the Book of Margery Kempe
In den religiösen Schriften des Mittelalters werden Frauen häufig als unberechenbar, schwer zu kategorisieren und anfällig für Veränderungen dargestellt. Wasser ist ebenso schwer fassbar: Flüsse, Brunnen und Meere entziehen sich dem Zugriff des Lesers, während sie ihre metaphorische Bedeutung verändern.
Dieses Buch untersucht eine große Bandbreite von Wasserbildern in einer kleinen Gruppe spätmittelalterlicher Andachtsschriften von und für Frauen, um die Verbindung zwischen Frauen und Wasser in der religiösen Vorstellungswelt des Mittelalters zu untersuchen. Anhand von Schriften von Aelred von Rievaulx, Julian von Norwich und einer Reihe anonymer Übersetzer - sowie medizinischer, wissenschaftlicher und enzyklopädischer Werke - wird argumentiert, dass Wasser eine universelle Metapher ist, die für Frauen eine besondere Bedeutung hat.
Die Kapitel sind um eine Reihe von besonderen Verwendungen des Wassers als Mittel der Vermittlung und des Austauschs zwischen dem Menschlichen und dem Göttlichen organisiert, von der Überquerung eines Flusses bis zum Aufgehen im friedlichen Meer der Liebe Gottes. Durch die Analyse dieser wiederkehrenden Tropen zeigt dieses Buch, dass Wasser zwar auf die Transformation der Seele und einen besseren Zugang zum Göttlichen hinweisen kann, dass aber auch männliche Autoren dasselbe metaphorische Material verwenden, um diesen Zugang für ihre weiblichen Leser zu regeln.