Bewertung:

Das Buch bietet einen tiefgründigen und ehrlichen Blick auf die Klimakrise und kritisiert die oberflächlichen Reaktionen von Politik und Gesellschaft. Einige Leser finden es jedoch repetitiv und überteuert und stellen seine Tiefe und sein Format in Frage.
Vorteile:⬤ Verheerende und schonungslose Erforschung der Klimakrise
⬤ Aufschlussreiche Kritik am politischen Diskurs
⬤ Nachdenklich stimmender Schluss mit einer starken Metapher.
⬤ Sich wiederholender Inhalt, dem es an Tiefe fehlt
⬤ wird als zu akademisch und versnobt empfunden
⬤ gilt als überteuert für den gebotenen Wert.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Trauma and the Discourse of Climate Change: Literature, Psychoanalysis and Denial
Je mehr der globale Norden über die existenzielle Bedrohung durch den Klimawandel gelernt hat, desto schneller hat er Treibhausgase in die Atmosphäre ausgestoßen. In Trauma and the Discourse of Climate Change (Trauma und der Diskurs über den Klimawandel) geht Lee Zimmerman der Frage nach, warum dies so ist, indem er untersucht, wie der Klimawandel diskursiv konstruiert wurde. Er zeichnet nach, wie die Art und Weise, wie wir über den Klimawandel sprechen und schreiben, dazu beigetragen hat, einen allgemeinen, parteiübergreifenden Leugnertum zu normalisieren, das tiefgreifender ist als das der offenkundigen Leugner.
Das Buch schlägt vor, diese normalisierte Leugnung als eine Form von kulturellem Trauma zu verstehen, und untersucht, wie die dominanten Formen der Darstellung von Wissen über die globale Erwärmung dieses Wissen von dem Trauma trennen, das diese Figurationen sowohl repräsentieren als auch reproduzieren, und von dem sie bewohnt und heimgesucht bleiben. Die ersten Kapitel befassen sich mit diesem Prozess in Darstellungen des Klimawandels in verschiedenen Disziplinen und im öffentlichen Raum, darunter Al Gores Eine unbequeme Wahrheit, Barack Obamas Reden und Klimapläne sowie das Pariser Abkommen von 2015. Spätere Kapitel befassen sich damit, wie insbesondere literarische Darstellungen größtenteils an solchen Desartikulationen beteiligt sind und wie einige belletristische Werke - darunter Cormac McCarthys The Road und Russell Hobans Riddley Walker - bei der Auseinandersetzung mit den Darstellungsschwierigkeiten, die der Klimakrise zugrunde liegen, gegen diese normalisierte rhetorische Gewalt anarbeiten. Das Buch schließt mit einer Meditation über den Traum vom brennenden Kind, den Freud in Die Traumdeutung skizziert.
Trauma und der Diskurs über den Klimawandel hebt die existenziellen Herausforderungen hervor, die mit der Art und Weise, wie wir über das Klima denken und schreiben, verbunden sind, und will einen ungewohnten Ort bieten, von dem aus wir uns mit der erstaunlichen Ruhe unserer ökozidalen Gegenwart auseinandersetzen können. Dieses Buch ist eine unverzichtbare Lektüre für Wissenschaftler und Studenten der Psychoanalyse, der Umweltwissenschaften, der Traumastudien, der Literatur und der Umweltstudien sowie für Aktivisten und andere, die sich mit der Klimakrise auseinandersetzen.