Bewertung:

Das Buch von Dr. Dura-Villa bietet eine umfassende Untersuchung des Themas Traurigkeit und kombiniert persönliche Erfahrungsberichte mit umfangreichen Forschungsergebnissen. Es wendet sich sowohl an Fachleute aus dem Bereich der psychischen Gesundheit als auch an allgemeine Leser, da es komplexe Themen auf ansprechende und zugängliche Weise darstellt.
Vorteile:Das Buch ist gut recherchiert, aufschlussreich und in einer leicht verständlichen Sprache ohne Fachjargon geschrieben. Es bietet wertvolle Perspektiven zum Thema Traurigkeit, die die Medikalisierung in Frage stellen, und eignet sich daher sowohl für Fachleute als auch für Laien, die sich für psychische Gesundheit interessieren. Die fesselnden Erzählungen und Erfahrungsberichte werden besonders für ihre Tiefe und emotionale Resonanz gelobt.
Nachteile:Einige Leser könnten das Gefühl haben, dass sich das Buch hauptsächlich auf Traurigkeit konzentriert, und diejenigen, die nach umfassenderen Themen der psychischen Gesundheit suchen, könnten es als zu eng gefasst empfinden. Auch wenn der angenehme Plauderton des Buches geschätzt wird, könnte er Leser, die eine akademischere oder dichtere Erforschung des Themas suchen, nicht zufrieden stellen.
(basierend auf 7 Leserbewertungen)
Sadness, Depression, and the Dark Night of the Soul: Transcending the Medicalisation of Sadness
Im Spannungsfeld zwischen dem medizinischen Modell der Depression und der ganz anderen Sprache der Theologie untersucht dieses Buch, wie religiöse Menschen und Gemeinschaften schwere Traurigkeit, ihre Bewältigungsmechanismen und ihr hilfesuchendes Verhalten verstehen.
Auf der Grundlage ihrer Untersuchung von praktizierenden Katholiken, kontemplativen Mönchen und Nonnen, Priestern und Laien, die Theologie studieren, beschreibt die Autorin, wie Symptome, die ansonsten als pathologisch beschrieben werden und die Diagnosekriterien für eine depressive Störung erfüllen könnten, von einigen religiösen Menschen als normale und geschätzte Erfahrungen angesehen werden. Sie erklärt, wie sich Traurigkeit in die Erzählung von der "dunklen Nacht der Seele" einfügt - eine aktive Umwandlung von emotionaler Not in einen wesentlichen Bestandteil der Selbstreflexion und des spirituellen Wachstums - und wie Traurigkeit mit einer anerkannten Ursache als "sinnvoll" angesehen wird, während Traurigkeit ohne Ursache als Grund für eine psychiatrische Konsultation angesehen werden kann. Der Autor erörtert auch die Rolle des Klerus in Fällen von Traurigkeit und Depression und deren Zusammenarbeit mit medizinischen Fachleuten.
Dies ist eine aufschlussreiche Lektüre für alle, die sich für Theologie oder psychische Gesundheit interessieren, einschließlich Geistliche, Psychiater und Psychologen.