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Free Market Tuberculosis: Managing Epidemics in Post-Soviet Georgia
Die Infrastruktur des sowjetischen Gesundheitswesens und sein Tuberkulose-Kontrollsystem waren in der Biomedizin verankert, aber das schreckliche Wiederaufleben der Tuberkulose am Ende des 20. Jahrhunderts veränderte die Art und Weise, wie Experten in den postsowjetischen Ländern - und weltweit - die Krankheit behandeln würden. Wie der freie Markt Tuberkulose auf dramatische Weise zeigt, haben Marktreformen und standardisierte Behandlungsprogramme das Management der Tuberkuloseversorgung in dem inzwischen unabhängigen Land Georgien sowohl beeinflusst als auch unterminiert. Die alarmierende Tuberkulose-Infektionsrate in diesem Land an der Schnittstelle zwischen Osteuropa und Asien ist unbestritten, und dennoch wird über Lösungen zur Bekämpfung der Krankheit heftig diskutiert.
Die Anthropologin Erin Koch erforscht den Schnittpunkt zwischen der umfangreichen medizinischen Geschichte des Landes, den Auswirkungen der sowjetischen Kontrolle und den hoch standardisierten, aber schlecht regulierten Behandlungen, die von der Weltgesundheitsorganisation gefördert werden. Obwohl Statistiken und Berichte nur eine Geschichte erzählen - eine Geschichte des Erfolgs in Georgien -, zeigt Kochs ethnografischer Ansatz alle Facetten dieser warnenden Geschichte eines monolithischen Ansatzes in der Medizin.
Dieses Buch wurde 2011 mit dem Norman L. und Roselea J. Goldberg-Preis für das beste Projekt im Bereich der Medizin ausgezeichnet.