Bewertung:

Das Buch „Tulia“ von Nate Blakeslee erzählt die verstörende wahre Geschichte von Rassenungerechtigkeit und systemischer Korruption in einer texanischen Kleinstadt, in der ein voreingenommener verdeckter Ermittler mehr als vierzig schwarze Einwohner mit zweifelhaften Beweisen belastete. Die Erzählung wird für ihre rigorose investigative Berichterstattung und ihre fesselnde Erzählweise gelobt, obwohl einige Leser sie als zu detailliert und langatmig empfanden. Blakeslee verwebt in seinem Buch persönliche Geschichten, kulturelle Einblicke und eine Kritik am amerikanischen Strafrechtssystem.
Vorteile:⬤ Fesselnde und gut geschriebene Erzählung, die sich wie ein Roman liest.
⬤ Eine gründliche Untersuchung, die systembedingte Ungerechtigkeiten und Korruption im Strafrechtssystem aufzeigt.
⬤ Schärft das Bewusstsein für wichtige Themen im Zusammenhang mit Ethnie, Klasse und Rechtssystem.
⬤ Detaillierte Schilderung der Ereignisse mit Schwerpunkt auf den beteiligten Personen, was die Geschichte fesselnd macht.
⬤ Sollte Pflichtlektüre für den Journalismus- und Rechtsunterricht sein.
⬤ Einige Leser fanden das Buch zu lang und zu detailliert und hatten das Gefühl, dass es von einem disziplinierteren Lektorat hätte profitieren können.
⬤ Einige Leser bemängelten die Einhaltung des grammatikalischen Stils (z. B. die Verwendung von „über“ anstelle von „mehr als“).
⬤ Die große Anzahl von Personen kann ohne ein Register schwer zu überblicken sein.
⬤ Einige Abschnitte wurden als ermüdend empfunden oder verloren gegen Ende an Fahrt.
(basierend auf 44 Leserbewertungen)
Tulia: Race, Cocaine, and Corruption in a Small Texas Town
Im Sommer 1999 wurden in der kleinen westtexanischen Stadt Tulia neununddreißig Personen, fast ausschließlich Schwarze, verhaftet und wegen des Handels mit Kokainpulver angeklagt. Die Operation, eine vom Bund finanzierte und in Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden durchgeführte Untersuchung, beruhte auf der Arbeit eines notorisch unzuverlässigen verdeckten Ermittlers.
Im Prozess stützte sich die Staatsanwaltschaft fast ausschließlich auf die unbestätigten und widersprüchlichen Aussagen dieses Beamten, Tom Coleman. Trotz der dürftigen Beweislage wurden praktisch alle Angeklagten zu Haftstrafen von bis zu neunundneunzig Jahren verurteilt. Tom Coleman wurde für seine Arbeit zum "Texas Lawman of the Year" ernannt.
Tulia ist die Geschichte dieser Stadt, der Verhaftung, der Prozesse und des heldenhaften juristischen Kampfes, der schließlich zur Aufhebung der Verurteilungen im Sommer 2003 führte. Infolge des Skandals wurden die Gesetze in Texas geändert, und die Angeklagten haben ein gewisses Maß an bittersüßer Wiedergutmachung verdient.
Aber die Geschichte ist viel größer als nur die Geschichte einer einzigen Verhaftung. Wie Tulia deutlich macht, sind diese Ereignisse das jüngste Kapitel in einer Geschichte, deren Themen so alt sind wie das Land selbst.
Es ist eine fesselnde, wunderbar gut erzählte Geschichte über Ungerechtigkeit, Rasse, Armut, Hysterie und Verzweiflung im ländlichen Amerika.