
Beyond Measure: The Poetics of the Image in Bernard of Clairvaux
Bernard kommt immer wieder auf die klassische Idee zurück, dass die Qualität des Begehrens die theologische Vorstellungskraft prägt. Indem er diese Einsicht auf vielfältige Weise entwickelt und anwendet, enthüllt Beyond Measure eine neue Tiefe der organischen Einheit der literarischen, philosophischen und theologischen Stränge, die in seinen Schriften dicht verwoben sind.
Bernhards offensichtlicher Ikonoklasmus in Bezug auf Kunst, Affektivität und die Menschlichkeit Jesu erweist sich als eine alternative mystische Ästhetik, die mit seinem Programm der Klosterreform übereinstimmt. Es wird gezeigt, dass die zentrale Bewegung der zisterziensischen Spiritualität vom Fleischlichen zum Spirituellen nicht ausweicht, sondern das Fleischliche in einem höheren spirituellen Ausdruck rekapituliert.
Darüber hinaus ermöglicht dieser Ansatz ein neues Verständnis der Art und Weise, in der Bernhard zugleich „letzter der Väter“ und „erster der Modernen“ ist. Insbesondere eine sorgfältige Lektüre der Werke von Julia Kristeva und Jean-Luc Marion über Bernard offenbart sowohl die anhaltende Helligkeit und Vitalität seiner Schriften als auch die Relevanz seiner Arbeit für die Menschen von heute.