
On Not Defending Poetry: Defence and Indefensibility in Sidney's Defence of Poesy
Sidneys Defence of Poesy - der Grundlagentext der englischen Poetik - wird im Allgemeinen als ein Modell der Poesie als Ideal betrachtet: Der Dichter stellt Ideale menschlichen Verhaltens dar, und die Leser werden dazu angeregt, sie nachzuahmen.
Catherine Bates stellt diese Auffassung in Frage. Indem sie sich sehr genau mit Sidneys Text befasst, identifiziert sie darin ein Modell der Poesie, das deutlich von dem angenommenen abweicht, und zeigt, dass Sidneys Text sich auf dem Weg zu einer ganz anderen - nämlich einer de-idealistischen - Poesie befindet.
In Anlehnung an wichtige Theoretiker der neuen Wirtschaftskritik zeigt On Not Defending Poetry, wie die idealistische Poetik, ebenso wie die idealistische Philosophie, auf die sie sich stützt, mit der Geldform und den spezifischen Übeln, die mit ihr einhergehen, verwickelt ist: unter anderem mit der Kommodifizierung, dem Fetischismus und dem Machtmissbrauch. Gegen kulturell anerkannte Modelle von Poesie als profitabel - als Nutzen für das Individuum und den Staat, als Bereitstellung (in Form von intellektuellem, moralischem und sozialem Kapital) eines. Quantifizierbarer Ertrag - die Verteidigung offenbart ein unerwartetes Gegenargument: eines, in dem Poesie eher als reine Ausgabe, als kostenloses Geschenk, als Nettoverlust modelliert wird.
Wo eine vermeintlich idealistische Verteidigung seltsam zu Sidneys literarischen Schriften passt - die menschliches Verhalten darstellen, das sehr weit vom Ideal entfernt ist -, tut dies eine de-idealistische Verteidigung nicht. Mit seiner radikalen Lesart der Defence leistet dieses Buch einen entscheidenden Beitrag zur Erforschung der Frühen Neuzeit und wirft gleichzeitig größere Fragen über eine Kultur auf, die entschlossen ist, den "Wert" der Geisteswissenschaften zu quantifizieren und die Künste allein aus diesem Grund zu verteidigen.