Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
Ukrainian Cinema: Belonging and Identity during the Soviet Thaw
Ukrainian Cinema: Belonging and Identity during the Soviet Thaw ist die erste konzentrierte Studie über das ukrainische Kino in englischer Sprache. Der Historiker Joshua First untersucht vor allem die Politik und Ästhetik des ukrainischen poetischen Kinos während der sowjetischen 1960er und 1970er Jahre.
Er argumentiert, dass die Filmemacher des Alexander Dovzhenko Feature Film Studios in Kiew von Identitätsfragen besessen waren und von der sowjetischen Filmindustrie und dem Publikum gleichermaßen die Anerkennung der ukrainischen kulturellen Unterschiede forderten. In den ersten beiden Kapiteln wird erläutert, wie das sowjetische Kino seit Stalin ein exotisiertes und domestiziertes Bild der Ukrainer kultivierte und wie das Filmstudio in Kiew in den frühen sechziger Jahren versuchte, seinen Ruf als Zentrum des kulturellen Tauwetters in der UdSSR wiederherzustellen.
Die nächsten beiden Kapitel befassen sich mit Sergej Paradjanows höchst einflussreichem Film Schatten der vergessenen Vorfahren (1965) und seiner Rolle bei der Neuausrichtung des Dowschenko-Studios auf die auteuristische (manche würden sagen: elitäre) Agenda des Poetischen Kinos. In den letzten drei Kapiteln befasst sich das ukrainische Kino unter anderem mit den wichtigsten Werken der Filmemacher Jurij Illienko, Leonid Osyka und Leonid Bykow, die versuchten (und gezwungen waren), die wachsende Kluft zwischen dem Autorenkino und dem Profitstreben der sowjetischen Filmindustrie zu überbrücken.