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(Un)governable City: - Productive Failure in the Making of Colonial Delhi, 1858-1911
Mirza Ghalib, der Dichterpreisträger von Delhi, beklagte die Umwandlung der Stadt in ein Kantonment nach dem großen Aufstand von 1857. Delhi war nicht mehr die kaiserliche Hauptstadt der Moguln und wurde zur Strafe von den Kolonialherren in die Provinz Punjab eingegliedert.
The (Un)governable City widmet sich ganz der Geschichte der Provinz Delhi unter der Kolonialherrschaft und untersucht diesen radikalen Wandel der Stadtverwaltung in Delhi zwischen 1858 und 1911, als die Bürokratie expandierte und neue Formen der Verwaltung die Stadt räumlich, politisch und kulturell umgestalteten. Der Autor widerspricht der Ansicht, dass die Zeit nach dem Aufstand eine Periode politischer Stabilität war, und zeigt auf kreative Weise, wie die Spannungen, Widersprüche und das Versagen der Kolonialpolitik für die unbeabsichtigte Entwicklung staatlicher Kapazitäten verantwortlich waren und den Bewohnern und sozialen Gruppen Delhis die Möglichkeit boten, ihre Ansprüche auf die Stadträume geltend zu machen.
Der Band beleuchtet die kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen in Delhi sowie die Beziehungen zwischen den lokalen, regionalen und kaiserlichen Regierungen in dieser Zeit. Das Buch enthält neues Material zu den städtischen Eigentumsverhältnissen in Delhi nach 1857, zur Überwachung des öffentlichen Raums durch die Stadtverwaltung von Delhi, zu den kolonialen Baumzuchtplänen zur Aufwertung der Vorstädte, zu Prozessionsaktivitäten sowie zu Initiativen in den Bereichen Eisenbahn, Verkehrsmanagement und Wirtschaftswachstum nach den 1880er Jahren.