
Indefinite Visions: Cinema and the Attractions of Uncertainty
Die Kultur der bewegten Bilder scheint das sofort Erkennbare zu bevorzugen: das wiedererkennbare Gesicht, der gut getimte Stunt, die perfekt synchronisierte Dialogzeile.
Perfekte, unscharfe Sichtbarkeit ist jedoch keine Selbstverständlichkeit für das bewegte Bild, und wenn es einen visuellen Effekt gibt, den das Auge der Kamera besser erfassen kann als das menschliche Auge, dann ist es die Unschärfe. Diese bahnbrechende Sammlung befasst sich mit der Ästhetik und Politik bewegter Bilder im Zustand des Verfalls, der Verzerrung, Unschärfe und Fragmentierung.
Eine Reihe internationaler Wissenschaftler untersucht, was auf dem Spiel steht, wenn diese Bilder Materialität und Vermittlung oder Vergänglichkeit und Spektralität mitunter radikal in den Vordergrund rücken und die dominante Stellung der „lesbaren“ Bilder in Frage stellen. Wie haben Künstler und Filmemacher das „unbestimmte“ Bild dargestellt, und welche Fragen wirft es auf? Mit einer Reihe von Ansätzen, die von der Ästhetik über die Phänomenologie bis hin zu Produktionsstudien reichen, untersuchen die Autoren in diesem Band Techniken, Themen und Konzepte, die aus dieser mutwilligen Ausgrabung der materiellen Basis des bewegten Bildes hervorgehen.