
Unbound in War?: International Law in Canada and Britain's Participation in the Korean War and Afghanistan
In Unbound in War? untersucht Sean Richmond den Einfluss und die Auslegung des Völkerrechts bei der Anwendung von Gewalt durch zwei wichtige, aber wenig untersuchte Länder, nämlich Kanada und Großbritannien, während zwei der bedeutendsten Konflikte seit 1945, nämlich dem Koreakrieg und dem Afghanistan-Konflikt. Durch die innovative Anwendung soziologischer Theorien im Bereich der Internationalen Beziehungen (IR) und des Völkerrechts (IL) sowie durch eine rigorose qualitative Analyse von freigegebenen Dokumenten und Originalinterviews stützt sich das Buch auf zwei Argumente.
Erstens kann das Völkerrecht, anders als einige vorherrschende IR-Perspektiven vorhersagen, vier unterschätzte Rollen spielen, wenn Staaten Gewalt anwenden. Es hilft, Identität zu konstituieren, Verhalten zu regulieren, bestimmte Handlungen zu legitimieren und die Entwicklung neuer Regeln zu strukturieren.
Im Gegensatz zu dem, was viele IL-Ansätze vorhersagen, ist jedoch unklar, ob diese Wirkungen letztlich auf eine obligatorische Eigenschaft des Rechts zurückzuführen sind. Dieses bahnbrechende Argument verspricht, interdisziplinäre Debatten und politische Diskussionen sowohl in der IR als auch in der IL voranzutreiben.